Die Budapest-Verschwendung

Die Budapest-Verschwendung

Von Mike Rinder erschienen am 9. September 2013 auf dessen Blog

budapest-org - 1 Einer unserer Spezial-Berichterstatter aus Budapest schickte diesen Bericht über die traurige Geschichte der fehlgeschlagenen Versuche, eine „Ideale Org“ in Budapest zu erschaffen (diese Org erreichte irgendwann in den 90er Jahren St.-Hill-Größe und war damals eine der am schnellsten wachsenden Orgs weltweit). Einige der enthaltenen Informationen sind kaum zu fassen – die Abzocke durch das Int Landlord Office, die finanziellen Unregelmäßigkeiten, die absolute Inkompetenz – doch das ist alles andere als unüblich. Ähnliche Geschichten sind von vielen dieser „Idealen Org“-Projekte hier eingetroffen. [Anm. d. Übersetzers: kursiv – Kommentare von Mike Rinder. Normal – Berichterstatter.]

Die Story der Budapest Idealen Org

Ein paar Hintergrund-Infos: Scientology wurde 1991 als Kirche (und Religion) in Ungarn registriert. Damals musste eine religiöse Gemeinschaft 100 Mitglieder und ein offizielles Glaubensbekenntnis vorweisen, um als Kirche anerkannt zu werden. Da die ungarische Scientology-Bewegung beides hatte, wurde sie als anerkannte Religion eingetragen.
Anmerkung: Ich habe alle von der Kirche verschickten Newsletter und E-Mails gespeichert, um eine Chronik zu erstellen. Alle die das Ideale Org-Projekt betreffenden Datumsangaben und Zahlen stammen aus offiziellen Kirchenveröffentlichungen (Ausnahmen sind angegeben). Diese stellen die Hauptgrundlage dieses Berichts dar.

Der Anfang

Noch bevor die ganze Ideale-Org-Kampagne begann, versuchte die Finanzabteilung der Budapest-Org eine Lösung zu finden, um ein Gebäude für die Org zu kaufen. Ursprünglich hatte man angedacht, etwa 20% des Kaufpreises für das anvisierte Gebäude zu sammeln (Budapest, XIII, Váci Str. 17, es ist seither abgerissen worden und besteht nur noch als leerer Bauplatz) und für den Restbetrag ein Darlehen aus den Sea-Org-Reserven zu bekommen. Spendenaktionen begannen 2001, mit anfänglichem Erfolg.

Vaci Str. 17, damals…

budapest-org - 2… und heute …

budapest-org - 3
Die örtliche Sea-Org-Managementeinheit, OTL Hungary genannt, stieg 2003 ein. Etwa $500.000 wurden gesammelt und der Leiter der Sea-Org-Reserven war gewillt, den Antrag zu erwägen.

Die Ideale-Org-Kampagne

Dann fand 2005 das berüchtigte OT-Botschafter-Briefing statt und alles änderte sich. Man sagte uns, wir müssten 100% des Geldes sammeln und eine Ideale Org bauen.

Zu meiner Verwunderung mussten wir „Wog“-Autoren als Hatting studieren. Die mit den Spendenaktionen beauftragten Mitarbeiter mussten ein Buch von Jerold Panas mit dem Titel „Asking“ (Fordern) lesen, die Bücher von Les Dane und das Buch von Sergio Zyman, Das Ende des Marketings, wie wir es kennen.

Extremer Druck wurde ausgeübt, um Spenden vom Feld (der Gemeinde) zu bekommen und zwar JETZT, JETZT, JETZT. Sea-Org-Mitgliedern wurde befohlen, mitten in der Nacht in die Häuser von wohlhabenden Gemeindemitgliedern einzufallen, um „in ihre Komfortzone einzudringen“ (wie Walter Kotric es nannte).

Ein neues Gebäude wurde ausgewählt (Budapest VIII, Puskin Straße 4), Kaufpreis $3,25 Millionen. Es ist ein schönes Gebäude, gelegen in einer kleinen Gasse nahe einem der Hauotverkehrsknotenpunkte in Budapest.

Das anvisierte Gebäude auf Puskin Str.:

budapest-org - 4

Unter Hochdruck-Spendensammeln erreichte man endlich das Ziel (nicht ohne dabei die halbe Gemeinde endgültig zu entfremden) – die für den Kauf benötigte Gesamtsumme kam am 26. August 2005 zusammen.
Das Gebäude wurde knapp einen Monat später gekauft (17. September 2005).

Renovierungen (?)

Einen weiteren Monat später folgte das Renovierungsbudget. Die Gesamtsumme belief sich auf $1,8 Millionen und wurde überraschenderweise vorgestern benötigt.
Im Dezember 2005 wurde der Endbetrag auf $2 Millionen nach oben korrigiert.

Die nächste offizielle Verlautbarung ist vom 8. März 2006, worin das Datum für die große Eröffnung verkündet wurde: 26. September 2006. Das Renovierungsbudget lag nun bei $2,2 Millionen, angeblich waren $1,4 Millionen bereits gesammelt worden. Der Gemeinde wurde dieses Ziel vorgegeben: Sammelt die restlichen $800,000 in einer Woche (Die LRH-Geburtstagsmasche wird nie alt).

Es dauerte etwas länger, aber zum Event am 9. Mai gaben sie bekannt, dass sie die $2,2 Millionen hatten. Doch gab es da ein kleines Problem. Weitere $1,5 Millionen wurden für Möbel, E-Meter usw. benötigt.

Bis zum 23. August hatten sie $400,000 dafür zusammen.

Fünf Tage später wurde eine dramatische Erklärung abgegeben: Sie hatten die $2,2 Mio. + $1,5 Mio. für Renovierungen. Das Geld war gesammelt.

Doch…

Es gab da noch eine Sache: Die Raumplanung.

Sie sagten, das Int Landlord Office (Büro des Internationalen Grundbesitzers) würde schon daran arbeiten und die Org sollte Ordnung in ihr CF bringen, während die Pläne abgeschlossen würden. (CF: Zentralakten – sie enthalten alle schriftlichen und fernmündlichen Kommunikation aller örtlichen Mitglieder und Interessierten – wie auch deren Brückenfortschritt, abgelegt in einer Akte pro Person)

Die Zentralakten

Also, der enthusiastische Aufruf ging an das ganze Feld – es gab 60.000 Akten, die geordnet werden wollten (52.000 Buchkäufer und 8.000 Leute, die Training und/oder Auditing erhalten hatten). „Wenn genug Leute mitmachen, reichen uns ein paar Tage.“ – So die E-Mail.

Zwei Monate später… (kein Witz) am 18. Oktober 2006 – Ein Newsletter wird verschickt mit der Info, den Backlog (Rückstand) habe man aufgearbeitet, nun ginge es in die zweite Phase, wobei der Inhalt sämtlicher Akten chronologisch sortiert werden müsste.

Ein Jahr später (wirklich, ein Jahr später): Internen Quellen zufolge war die Raumplanung abgeschlossen, doch hatte David (Miscavige) keine Zeit gefunden, sie freizugeben, somit lag sie in seinem Büro rum. Irgendwie schaffte die Org es auch nicht, ihre Zentralakten zu ordnen.

Am 10. Dezember 2007 erhielten sie eine Anordnung, die gesamte Sortierung bis Ende des Jahres abzuschließen, begleitet von den üblichen Drohungen (kein Scheitern oder ansonsten schläft keiner bis …, usw.).

Die nächste offizielle Kommunikation ist vom 27. Januar 2008 datiert. Ein neues Ziel wurde gesetzt, um die verdammte Zentralakte auf die Reihe zu bekommen: 13. März 2008 (welch eine Überraschung). Die großartigen Experten der „Einschätzung der benötigten Anstrengung“ im OT Komitee schätzten, dass weitere 40.000 Arbeitsstunden vonnöten wären, um das zu schaffen – zusätzlich zu den 23.000 bisher auf dem Projekt geleisteten Arbeitsstunden. Dies bedeutet 1 Stunde pro Akte, was nach ziemlich viel klingt, aber die OTs wissen es offenbar besser, nicht wahr?

Der nächste Newsletter ist vom 12. Februar 2008. Ein neues Datum wird angegeben: Es müssen noch 1 Million Seiten für das Projekt gedruckt werden. Das heißt, 16 Seiten je Akte. Ein weiteres mysteriöses Stück Information.

Und interessanterweise wurde das Zentralaktenprojekt bis zum 13. März 2008 abgeschlossen.

Die Pläne sind fertig!

Newsletter vom 9. April 2008: Großartige Neuigkeiten! Dave hat es endlich geschafft, die Pläne freizugeben und die 3D-Darstellungen sind abgeschlossen und freigegeben! (Sie benötigten dazu nur 1 Jahr und 8 Monate.) Nun müssen die örtlichen Behörden ihnen noch zustimmen. Also reichten sie die Pläne bei der örtlichen und nationalen Behörden ein.
Hier einige der Darstellungen:

budapest-org - 5

budapest-org - 6
[Anm. MR: Ich erinnere mich an eine der „visuellen Führungen“ dieser „Idealen Org“ bei einem von Miscaviges Reichsparteitagen.]

Unterdessen greifen die SPs an!

14. März 2009 – Die Ungarische Denkmalschutzbehörde hat das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt (von historischer Bedeutung), was die Zustimmung zu jeglicher Renovierung deutlich erschwert…

Nun, was machen wir jetzt, da die Renovierungen sich offenbar in der Warteschleife befinden?

Zentralaktenprojekt Teil II

Du hast es erraten! Am 13. Juni 2009 wurde ein Newsletter an die gesamte Gemeinde verschickt, in dem mitgeteilt wird, dass „neue Standards“ umgesetzt werden müssen und es gäbe einen Ablage-Rückstand, bitte reinkommen und mithelfen!

Ein paar Monate später…

9. September 2009: das Projekt ist ABGESCHLOSSEN! Mal wieder.

Die Pläne sind immer noch in der Warteschleife

Die Kirche in Ungarn versuchte, eine behördliche Zustimmung der großartigen Pläne zu erreichen.
Laut der Webseite der Ungarischen Architektenkammer hatte die Kirche am 1. Dezember 2009 die vollständige Raumplanung eingereicht, sowie eine korrigierte Fassung am 22. Dezember 2009. (Bedenke, die Pläne wurden am 9. April 2008 von Dave freigegeben).

2010 – Beinahe-Rebellion des OT-Komitees

Also, im Grunde hat die Kirche lediglich eine abgewiesene Raumplanung erreicht.

Man stelle sich den Ausdruck auf den Gesichtern der OTC-Mitglieder vor, als sie vom Int. Landlord Office eine Rechnung für dessen Leistungen erhielten, satte $520.000 für Raumplanung und Darstellungen. Zuerst wollten sie keinen Cent bezahlen und BEANSTANDETEN DIE ANORDNUNG schriftlich. Die Antwort kam in Form von Monika Aslanis, CMO-EU-Mitarbeiterin mit der Position „EU Landlord“, die eine Besprechung einberief. Sie setzte PR ein (das Geld würde für die internationale Expansion benötigt, etc.), doch fielen die erfahrenen Geschäftsleute (einige der OTC-Mitglieder waren Unternehmensinhaber oder Geschäftsführer) nicht wirklich darauf rein und begannen, über den Rechnungsbetrag zu verhandeln (!). Sie brachten es schließlich auf $450.000 herunter und Monika Aslanis stellte höchstpersönlich sicher, dass die Überweisung veranlasst wurde.

Das war allerdings nicht die einzige unangenehme Überraschung. Die Mitglieder entdeckten, dass die Vorsitzende des OT Komitees Provisionsanträge für etwa $3 Millionen eingereicht und ihre Provisionen in Höhe von $300.000 umgehend an die örtliche Sea-Org-Einheit, OTL (Operations & Transport Liason) Ungarn, „gespendet“ hatte, was von heute auf morgen an deren Konto überwiesen wurde.

Dann folgte eine dritte Überraschung: Sie war nicht die einzige, die Provisionen erhielt – anscheinend wurden Provisionen i.H.v. über $200.000 an Gemeindemitglieder ausbezahlt. Das OT Komitee verlangte von der Org die Offenlegung ihrer Bücher (Einnahmen und Ausgaben). Doch… sie konnten keine offenlegen, da es keine Aufzeichnungen gab. Den Org-Führungskräften zufolge gab es keine zentrale Buchführung, also konnten sie nur über den gegenwärtigen Kontostand und den Status der größeren Spender Auskunft geben.

Das Budget wird erhöht

Eine weitere Bombe platzte: Nachdem die Raumplanung abgelehnt worden war, erstellte man neue Pläne, um sämtliche Anforderungen zu erfüllen. Besagte Pläne würden weitere $6 Millionen verschlingen (laut dem von der Church of Scientology International beauftragten Projektleitungsunternehmen).

Die neue Rechnung enthielt auch $3 Millionen, nur für Möbel und Ausstattung. Einige der Posten: Nur Computer eines bestimmten Models von Dell durften gekauft werden. Der Schreibtisch für das LRH-Büro musste aus einem Geschäft aus Los Angeles stammen, Kostenpunkt $7.000, usw.

Das OT Komitee hinterfragte dies schriftlich. Die einzige Antwort, die sie bekamen: „SAMMELT DAS GELD.“

Das kann doch nicht wahr sein!

Die letzte (und endgültige) Einreichung erfolgte am 10. Mai 2012, die Ungarische Denkmalschutzbehörde gab ein ziemlich vernichtendes Urteil über die endgültigen Pläne ab und empfahl sie nicht (sie waren somit praktisch vom Tisch).

Einige der Highlights:

„Das Gebäude hat großartige Innenräume, doch würden diese unnötig durch Büros und Vortragsräume aufgeteilt werden.“

„Es ist nicht hinnehmbar, eine Reihe fensterloser Räume und Büros zu entwerfen, ohne die zusätzlich notwendigen Toiletten zu berücksichtigen. Die Toiletten sind schlecht geplant, unzureichender Platz wurde für sie vorgesehen und sie wären in ihrer gegenwärtigen Form untauglich.“

„Um die angedachte Tiefgarage zu bauen, müssten sämtliche sich auf dem Grundstück befindlichen Bäume gefällt werden, was nicht akzeptabel ist. Die Einfahrt wirkt aufgesetzt und schwerlich akzeptabel, die Auffahrt ist von der engen Straße kaum zugänglich. Vier Parkplätze am anderen Ende der Garage sind schlicht nicht zugänglich und somit untauglich.“

„Ein weiteren Flügel anzubauen … erhält nicht die Erhabenheit des Gebäudes und passt nicht zur ursprünglichen Bauweise des Hauptgebäudes. … Die zu klein geratenen Toiletten und fensterlosen Büros sind ein wiederkehrendes Problem.“

Suche nach einer neuen Lösung

Die Spendenaktionen liefen noch, doch es war offensichtlich, dass es keine Möglichkeit gab, sechs Millionen aus der mittlerweile ausgelaugten Gemeinde herauszuholen. Nach 2 Jahren andauernden Spendenaktionen erzwang die endgültige Ablehnung der Pläne einen Kompromiss: Die Kirche gab das Puskin 4-Gebäude auf und begann die Suche nach einem neuen Gebäude, das sie mit den vorhandenen Mitteln erstehen konnte.

2013 – Das neue(ste) Gebäude

Und sie fanden es! Es wurde im August gekauft und dieses moderne Bürogebäude wird die neue Ideale Org Budapest sein, es liegt in der Váci Str. 169, Budapest.

budapest-org - 7
Nun sind aber noch einige Mieter in dem Gebäude und unseren Quellen zufolge weigert sich mindestens einer (das regionale Büro von Hewlett Packard) auszuziehen.

Das einzige andere Problem ist das Puskin 4-Gebäude. Es kann nur mit erheblichem Verlust verkauft werden und verschlingt bis dahin hohe Summen für die Instandhaltung und öffentlichen Abgaben.

[Anm. MR: Wenigstens wird „COB“ eine ganz neue „visuelle Führung“ durch computergenerierte Bilder der „neuesten“ Idealen Org machen können. Es kann in die „Schandeshalle“ der unzähligen weiteren „Idealen Orgs“ aufgenommen werden, die als computergeneriete Bilder gezeigt, aber nie verwirklicht wurden, zusammen mit Miscaviges persönlichem Favoriten der imaginären Idealen Org – Haarlem.]

Original-Artikel

Advertisements

Über Felicitas Foster

Independent Scientologist - Cosmopolitan, Blog: Der Treffpunkt
Dieser Beitrag wurde unter David Miscavige, Ideale Orgs, Int Management, Mike Rinder, Spenden veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

16 Antworten zu Die Budapest-Verschwendung

  1. Detlef Ruchatz schreibt:

    Ein interessanter Bericht. Es ist schon bemerkenswert, dass die Unterbreitung der Raumplanung an die Behörden 4 Jahre lang hinausgezögert wurde und erst erfolgte, nachdem das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt war. Meines Wissens nach war von vornherein nie geplant, das Gebäude zum neuen Zuhause der Scientology Kirche in Budapest zu machen. Bereits kurz, nachdem das Gebäude gekauft wurde, wurden die „Ideale-Org-Standards“ erhöht. David Miscavige hatte seine Meinung über die erforderliche Größe einer Idealen Org geändert. Anscheinend wusste man nicht richtig, wie man dies den ungarischen Scientologen erklären sollte. Eine Idee vom Management war, Geld für ein zusätzliches Testzentrum sammeln zu lassen, um auf die „erforderliche“ Fläche einer Idealen Org zu kommen. Offenbar war dies nicht bis nach Ungarn vorgedrungen – ansonsten hätte der Berichterstatter dies sicher erwähnt. Höchstwahrscheinlich befürchtete man (zu Recht) enormes HE&R (menschliche Emotion und Reaktion; ein Haupthindernis in Bezug auf Produktion). Da kam dann die „Unterdrückung“ durch die Behörden ganz gelegen. Nun konnte man sie als Sündenbock hinstellen. Die typische Verarschung a la Scientology! Und ja, dies ist nicht das einzige Ideale-Org-Fiasko. So werden zum Beispiel für die verbleibenden Sanierungs- und Renovierungsarbeiten der künftigen Idealen Org von Kopenhagen (das Gebäude wurde vor vielen Jahren gekauft) noch etwa 10 Millionen US-Dollar benötigt. Da Dänemark zudem ein viel kleines Feld als Ungarn hat, traut sich das Management hier nicht einmal, die Summe öffentlich bekannt zu geben. Den Mitgliedern wird hier bestenfalls gesagt, dass versucht wird, die Kosten zu reduzieren, aber in der Zwischenzeit sollen sie weiter spenden.

  2. Hubert Scheer schreibt:

    ….ich verstehe immer weniger „wie blind“ man immer noch sein kann……
    „mein Gott Freund in den Orgs: WACHT AUF!!!!“

    Gruß
    Hubert

  3. Burkhard schreibt:

    Interessant, wie die Geldeintreiber der Church of Scientology immer wieder Erfolg haben, aber wen wundert´s noch? Egal welchen Gesichtspunkt man einnimmt und das irre Treiben betrachtet, man kommt doch immer wieder ins Staunen.
    Es entstand eine Gemeinde, deren Mitglieder spirituelle Sehnsucht und Freiheiten suchten. Was in unserer materiell orientierten Zivilisation schon erstaunlich geworden ist. Wenn ich nur das finanzielle Potential dieser Gemeinde betrachte, das missbraucht wurde, haut´s mich fast um.
    Ich würde die erpressten „freiwilligen“ Spenden eher als eine hinterlistige Form der Steuereintreibung bezeichnen.
    Noch was, ich wusste gar nicht, dass das Datum existiert, dass eine IDEALE ORG eine Mindestfläche an Größe braucht, um den Erfolg zu garantieren!?! Merkwürdige Logik! So ein Blödsinn muss einem doch auffallen!
    Ebenso ist es offensichtlich, dass das Ziel nicht mehr SCN ist, wenn Werke von „Wog-Autoren“ als Hatting verordnet wird.
    Die ganze IDEALE ORG Szene erinnert mich immer wieder an die Mentalität von international führenden Banker. Die verstehen es auch sehr gut, menschliche Ideale und Werte für teures Geld zu verkaufen, während sie geschickt ganz andere Absichten dahinter verbergen.

    • SKM schreibt:

      Ich war nie ein Freund von Spenden-Eintreibung. Aber als ich hinter die Fassade der Ideal Org Kampagne geschaut habe, und die ganze Kirchen PR diesbezüglich gegen LRH Richtlinien in Bezug auf die Gebäudebeschaffung verglichen habe, habe ich nur noch den Ausgang gesucht.
      In einem Wort: Verrat.
      Verrat an LRH, am guten Willen der Mitglieder, der Zielsetzung von Scientology und aller, die ihre Ärmel für eine gute Sache hochgekrempelt haben.

  4. Schorsch schreibt:

    Nehmen wir mal an, ich lebe ich einem kleinen Dorf oder in einer geschlossenen Gesellschaft, wie Mitarbeiter in Scientology zu sein. Nun suche ich mir eine Frau und jedes mal, wenn ich mich mit einer aus meiner Gruppe gut verstehe, will es nicht klappen. Nun sage ich mir, das liegt an mir. Für diese Sicht bekomme ich sogar Bestätigung. Denn alles was mir passiert ist meine Verursachung. Nun mache ich alles mögliche, um mich zu handhaben. Bis hin zu endlosen Zustandszuweisungen und FPRD auf der zweiten Dynamik. Alles aber will nicht helfen und so bleibt nur noch die Hoffnung auf einen magischen Rundown, der mich zu Super Macht führt. Das ist jetzt die Sicht der Dinge, die logisch ist und über welche Übereinstimmung besteht. Denn nicht nur ich habe etwas unlösbares in meinem Leben. Da bin ich nicht allein damit da. So lebe ich nun in einer Gruppe, wo jeder eine Hoffnung hegt die Dinge werden beim nächsten Release besser und ich kann endlich das erreichen, was ich will.
    Da dieser Zustand nun aber schon viele, viele Jahre sich nicht verändert hat, komme ich ins Grübeln und schau mir das nochmals genauer an. Aber nun von einem anderen Blickwinkel. Ich gehe mal davon aus, dass es für mein Problem eine externe Quelle geben könnte. Und siehe da, ich finde etwas. Jedes mal wenn beobachtet wurde, dass ich mich mit einer Frau gut verstehe, wird dieser von anderen, oder einer bestimmten Person, eingeredet, ich sei nichts für sie.
    Als ich das feststellte, musste ich einsehen eine völlig falsche Handhabung meiner Situation angewendet zu haben. Also konnte diese Handhabung nicht funktionieren.
    Das ist jetzt eine fast fiktive Geschichte. Das Fast liegt darin, dass man meiner Ehefrau so lange eingeredet hat ich sei ein SP, dass ihr nichts weiter übrig blieb, sich von mir scheiden zu lassen. Und da ich ja nicht blöde bin und nebenbei auch ein guter Auditor (wenn ich jemanden eine Frage stelle, dann kann er nicht anders als mir diese ehrlich zu beantworten oder zumindest an das zu denken was die Antwort ist, sodass ich diese dann „auslesen“ kann) habe ich schon bemerkt wenn so was veranstaltet wurde.
    So, stellen wir also fest, dass es sehr wohl einen Einfluss von Außen geben kann, der auf jemandes Leben einen gravierenden Einfluss hat. Eben aber nur in dem Maße, als die Quelle unentdeckt bleibt und auch dieser Einfluss an sich nicht vermutet wird.
    Und genau dieser unentdeckte Einfluss von Außen kann geschickt angewendet als Manipulator benützt werden. Und genau dies wird gemacht, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Vorgehensweise ist im Prinzip sehr einfach:
    1) Man restimuliert im Auditing etwas und macht es nicht flach. Hier sollte man zwecks der Effizienz etwas aussuchen auf dem ein emotionales Interesse liegt.
    2) Das was restimuliert wurde wird nicht flach gemacht. Sollte das Subjekt nun aus der Reihe zu tanzen drohen, wird ein Auffrischung gemacht. Wenn das Subjekt nicht für Auditing reingeholt werden kann, so müssen eben „Registrare“ vor Ort geschickt werden. (Registrare haben auch früher schon vom Fallüberwache Hinweise bekommen auf welche emotionalen Themen das Subjekt besonders gut anspricht)
    3) Da diese Sache, welche absichtlich restimuliert und nicht gehandhabt wurde, irrational betrachtet wird (es sind ja nicht alle Daten bekannt und es liegt noch für das Subjekt vieles im Dunkeln) kann diese Irrationalität auf andere Themen „übertragen“ werden. Sprich, wenn man weiß was der „wunde Punkt“ ist (der ja vom Fallüberwacher absichtlich aktiviert und ungehandhabt gelassen wurde) so kann dieser dazu verwendet werden ein gewisses Maß an Bewusstlosigkeit beim Subjekt zu erreichen und danach wird diese Bewusstlosigkeit auf ein anderes Thema übertragen. So kann diese Irrationalität auf alles mögliche übertragen werden. Sei das nun „Tom Cruise ist der größte Schauspieler der Welt“ oder „Wir müssen die Welt retten und daher Ideale Orgs bauen“ oder was man auch immer wünscht.
    4) Wenn das geschafft ist, wird das Subjekt selbstständig immer und den ganzen Tag daran denken wie er dieses Problem der zum Beispiel nicht vorhandenen Idealen Org in seiner Umgebung lösen kann. (er denkt nun nicht mehr daran zum Beispiel eine Frau zu bekommen, was sein ursprüngliches Problem war, sondern hat diese Gedanken Maschine auf ein anderes Thema gelenkt [bekommen].

    Vielleicht ein wenig zu simpel gehalten, aber dies ist das Prinzip das angewendet wird, um jede Menge Geld zu bekommen. Oder 100 Stunden oder mehr Arbeitsleistung ohne Geld dafür bezahlen zu müssen.

    Man müsste da ein ganzes Buch schreiben, um in die Details gehen zu können.

    Wie kommt man da raus:
    1) Fallüberwacher machen das absichtlich. Das passiert nicht zufällig. Jene, die da nicht mitmachen wollten, wurden zwischen 82 und 85 aussortiert. (Es genügt hier der Senior Fallüberwacher. Die anderen müssen davon nichts wissen.)
    Beispiel: Ich hatte einen Sea Org Mitarbeiter auditiert. Es stellte sich heraus, dass dieser mitten in einer größeren Aktion einen Sec Check bekommen hat und das brachte seine Falls derart durcheinander, dass er in jeder Sitzung immer nur seine Overts erzählt hat. Was anderes konnte man nicht ansprechen. Ich schrieb ein Programm für diesen Burschen. Wurde vom Senior C/S abgelehnt.
    Ich hatte einen anderen Sea Org Mitarbeiter auditiert. Dieser wurde vom Auditor in Sitzung zur Sau gemacht was für ein schlechter Sea Org Miterbeiter er sei. Als ich das reparierte und meldete, passierte diesem Auditor nichts. Ich hatte geäußert ich denke Clear zu sein. Ich erhielt vom Senior Fallüberwacher ein Programm für Nuts cases. (um die Realität wieder zu sehen.) All das war 1982.
    2) Egal auf welcher Stufe man ist: wenn man mit dem Standard nicht weiter kommt, muss man innehalten und sich erst mal umblicken. Man sollte speziell danach schauen, ob es externe Einflüsse gibt. Dabei sollte man nichts, aber auch gar nichts ausschließen. Wenn man OT erreichen will genügt es nicht immer nur auf sich selber zu schauen. Die wirklich wichtigen Dinge passieren da draußen. Auf unteren Stufen musste man die Regel einführen „alles liegt bei einem selbst“. Denn wenn man davon abweicht wird der eigene Fall nicht angeschaut und die Schuld wird immer da draußen gesucht. Aber wenn man weit genug oben ist, gilt dieses Gesetz nicht mehr. Wenn man weit genug ist, gibt es keine Schuldzuweisungen mehr. Es wird einfach nach der Ursache gesucht. Ob diese nun bei einem selbst liegt, bei einem real existierenden anderen Menschen oder jemandem der nicht körperlich fassbar ist. Und dieser Einfluss ist im Jetzt und nicht Trillionen Jahre zurückliegend.

    Vielleicht hilft das ein wenig die Absurditäten in der Scientology zu verstehen.

    • SKM schreibt:

      Das Problem liegt in der Übereinstimmung über Wichtigkeiten. Leute, die über einen zu langen Zeitraum in der Scientology Organisation waren, stimmten mit den ihnen vorgegebenen Wichtigkeiten überein und werten das Leben nicht mehr danach aus, was ihnen persönlich wichtig war. Es geht eine allmähliche Verschiebung von Wichtigkeiten vor sich. Wie unbemerkt.
      Ich bin jetzt ca. 2 Jahre von jeglichen organisatorischen Linien runter und sehe, wie die aufgedrückten Wichtigkeiten nach und nach entweichen.
      Ich stehe ja nicht so auf Verallgemeinerungen, aber ich denke es ist ziemlich sicher zu behaupten, dass fast jeder, der in der Kirche war, seine ursprünglichen Wichtigkeiten vernachläßigt hat, um sein Leben der Gruppendynamik anzugleichen.
      Mit Auditoren oder C/Ses an sich hat es nicht viel zu tun bzw. sind sie nicht die verursacher davon – sie sind auch nur Wirkung der Gruppenübereinstimmung.

      Nun ist an Gruppen an sich nichts verkehrt, es sei denn, sie fangen an, Dein Leben für Dich zu bewerten und über Deine Ziele zu schimpfen. „Was, Du willst ein Astronaut werden!? Das können doch andere machen. Du solltest was Wichtigeres tun.“ (Wahrscheinlich Bücher verkaufen oder OCA Teste zusammen falten oder dem TTC beitreten.)

      • eddie schreibt:

        Ein interessanter Punkt. Das Abwerten der Ziele, um jemanden für sich zu gewinnen, spielt eine sehr bedeutende Rolle (und ist eine der größten Manipulationsmethoden überhaupt). Abgesehen davon schächt es ein Wesen unheimlich, wenn seine Ziele ständig ab- oder bewertet werden. Alles andere, besonders das Leben anderer, deren Beruf, deren Religion, Ansichten, Bildung, Meinung ist unwichtig, es sei denn, es passt in die Ziele der Scientology bzw. der Organisation, was Geld, Arbeit (Staffsein), Auditieren, Verbreiten, Geld, ach ja … und Geld ganz wichtig.

      • Christian schreibt:

        Genauso sehe ich das auch. Diese Phänomene spielen sich aber auch im täglichen Leben ab, da muss ich nicht in die CoS um so etwas zu beobachten. Man denke nur einmal an die nicht mehr ganz so nahe deutsche Vergangenheit. Was wurde da manipuliert und gehetzt ?

        • Burkhard schreibt:

          … wie Recht Du hast, Christian,
          mit der nahen deutschen Vergangenheit wird allerdings noch heute gewaltig manipuliert. Du wirst kaum einen Lebensbereich (Dynamiken) finden, in dem nicht versucht wird, seine Mitmenschen zu manipulieren. In kleinen wie auch in großen Dimensionen. Dahinter steckt ein zwanghaftes „Recht haben müssen“. Das ist ein Indikator für mangelndes Verstehen, wie das Leben funktioniert. Mehr noch, es ist ein bewusstloser Zustand auf der Minus-Tonskala.
          Gelegentlich habe ich in einigen Situationen den Gedanken, dass ich glaube, ich wäre schlauer als der Andere. Aber es könnte bei dieser Gelegenheit auch sein, dass der Andere mich gerade jetzt so dumm hat, wie er es gerne möchte…. 🙂 Das beste ist dann, nach Outpoints Ausschau zu halten (Datenserie).

      • Hubert Scheer schreibt:

        Hallo SKM,

        …..“Das Problem liegt in der Übereinstimmung……..!“
        wie wahr wie wahr…..!
        die Fähigkeit der Übereinstimmung oder Nichtzustimmung war von Anbeginn als die grundlegende Falle für das Wesen verwendet worden…..
        es erscheint in Kürze ein Buch mit dem Titel: „Spuren verlorener Erinnerungen“ -Nymus- im Wagner Verlag…..
        Gruß
        Hubert

        • Burkhard schreibt:

          Ich finde das Buch „abgefahren“ … naja, habe ein bisschen daran mitgebastelt, deshalb gefällt es mir sowieso erst recht! 🙂
          Wirklich sehr interessante Lektüre! Bin neugierig, wie die Szene darauf reagiert. Könnte spannend werden… 🙂
          Also Leute, unbedingt lesen!

    • Christian schreibt:

      Schön zu lesen, wie das damals von statten ging, dankeschön. Ich empfehle Dir mal ganz stark CBR zu lesen – „Das Böse“ – Ich lese es selbst gerade, und er beschreibt sehr schön und eingänglich wie der von Dir beschrieben Mechanismus funktioniert.
      Grüße Christian

  5. Christian schreibt:

    @ Burkhard

    Dankeschön für deine Worte.
    Komme leider erst jetzt dazu zu antworten.
    Ich verstehe jetzt bestimmte Leute besser denke ich 🙂

    Christian

    • Burkhard schreibt:

      🙂

      • Christian schreibt:

        Wusstest Du, das ich, egal wie blöd und schädigend mir jemand gegenübertritt, immer nett und freundlich zu demjenigen bin !?

        Grüße Christian

        • Burkhard schreibt:

          …wenn Deine Frage an mich gerichtet ist…, nein, wusste ich nicht.
          Wenn mir jemand destruktiv gegenüber tritt, versuche ich mit einer „Emostufe“ darüber ihm zu begegnen. Das hat unterschiedliche Erfolge, aber ich weiß, mit was ich es zu tun habe. falls meine Einschätzung korrekt ist.
          Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass mein freundliches Wesen oft als Schwäche oder ähnliches interpretiert wird. Je nachdem welche Realitätsstufe mein Gegenüber gerade hat.

          Grüße Burkhard

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s