Das Bekämpfen der eigenen Füße

Das Bekämpfen der eigenen Füße

L. Ron Hubbard war darauf gestoßen, dass Überleben ein Ziel des Lebens ist – wie es in Organismen beobachtet werden kann. Später, als er die Existenz einer nicht sterblichen Seele, der Person selbst – auch als Thetan bezeichnet – bemerkte, erweiterte er es zu „zu existieren als …“.

Er unterschied zwischen acht „Dynamiken“, jeweils nach der Reichweite des Strebens nach „Überleben“ bzw. des Bestrebens „zu sein als …“.

„Der Zweck dieser Unterteilung ist darin zu sehen, dass man durch sie das Verständnis des Lebens zu erhöhen sucht, indem man es in Abteilungen unterteilt. Nachdem nun das Dasein auf diese Weise unterteilt worden ist, kann jeder Teilbereich des Lebens allein und in seinem Verhältnis zu den anderen Bereichen betrachtet werden. Versucht man ein Puzzlespiel zusammenzusetzen, so nimmt man zunächst Teile von ähnlicher Farbe oder mit ähnlichen Merkmalen und fasst sie in Gruppen zusammen. Studiert man ein Fachgebiet, so ist es notwendig, in geordneter Weise vorzugehen. Um diese Ordnung zu fördern, ist es für unsere Zwecke erforderlich, diese willkürliche Unterteilung des Lebens in acht Bereiche vorzunehmen.

DIE ERSTE DYNAMIK ist der Drang als Individuum (als man selbst) zu existieren. Hier kommt die Individualität voll zum Ausdruck. Diese Dynamik kann auch die SELBST-DYNAMIK genannt werden.

DIE ZWEITE DYNAMIK ist der Drang als eine sexuelle Aktivität oder als eine Aktivität von zwei Geschlechtern zu existieren. Diese Dynamik besteht eigentlich aus zwei Unterabteilungen: a) dem eigentlichen Geschlechtsakt, b) dem Familienbereich, in dem das Heranziehen der Nachkommenschaft mit eingeschlossen ist. Diese Dynamik kann auch die SEX-DYNAMIK genannt werden.

DIE DRITTE DYNAMIK ist der Drang in Gruppen von Individuen zu existieren. Unter die Dritte Dynamik fällt jede Gruppe oder jeder Teil einer solchen. Schule, Gesellschaft, Stadt, Nation sind jeweils ein Teil der Dritten Dynamik – und jede ist eine Dritte Dynamik für sich allein. Man kann sie die GRUPPEN-DYNAMIK nennen.

DIE VIERTE DYNAMIK ist der Drang als Menschheit zu existieren. Während man die weiße Rasse als Dritte Dynamik bezeichnen würde, bilden alle Rassen zusammen die Vierte Dynamik. Man kann sie als die MENSCHHEITSDYNAMIK bezeichnen.

DIE FÜNFTE DYNAMIK ist der Drang als organisches Leben zu existieren. Darunter fällt alles Lebendige, sowohl in der Pflanzen- als auch in der Tierwelt. Die Fische im Meer, die Tiere in Wald und Feld, Gras, Bäume, Blumen und alles, was direkt und unmittelbar durch Leben motiviert ist. Diese Dynamik kann man die LEBEWESEN-DYNAMIK nennen.

DIE SECHSTE DYNAMIK ist der Drang als physikalisches Universum zu existieren. Dieses Universum besteht aus Materie, Energie, Raum und Zeit. … Man kann sie als UNIVERSUMS-DYNAMIK bezeichnen.

DIE SIEBTE DYNAMIK ist der Drang als geistiges Wesen oder zu geistigen Wesen zugehörig zu existieren. Alles Geistige, unabhängig davon, ob es eine Identität hat oder nicht, fällt unter die Siebte Dynamik. Diese Dynamik kann man die GEISTIGE DYNAMIK nennen.

DIE ACHTE DYNAMIK ist der Drang als Unendlichkeit zu existieren. Diese wird auch als das höchste Wesen identifiziert. … Man kann sie als UNENDLICHKEITS- oder GOTT-DYNAMIK bezeichnen …“

„Die Dynamiken lassen sich am anschaulichsten durch eine Reihe konzentrischer Kreise darstellen.“
(Die Grundlagen des Denkens, L. Ron Hubbard, 1956)

Nun kann die Anwesenheit von Ladung, emotionalem Stress, irreführender Propaganda und Unwahrheiten, an denen man sich orientiert hat, dazu führen, dass jemand die Reichweite seiner Sicht einschränkt und die weiter außen liegenden Bereiche nicht mehr wahrnimmt und empfindet. Diese Einschränkung kann soweit gehen, dass jemand schließlich „nur noch an sich selbst denkt“, an das, was er für seine erste Dynamik hält.

Aber dieselben Faktoren können einem noch weiter zusetzen. Jemand kann in seiner natürlichen Zuneigung zum Leben und seinen Bestandteilen soweit beeinträchtigt werden, dass er nicht mehr in die Richtung „zu Überleben“ oder „zu sein als…“ arbeitet, sondern in die entgegengesetzte Richtung. Der Scientologe spricht hier von einem „Untergangspostulat“, dem Wunsch zu sterben, einen Bereich seines Lebens zu vernichten.

Dies ist möglich, indem sie die Reichweite ihrer Sicht einschränken. So ist beispielsweise ein Krieg gegen ein anderes Land nur vertretbar, wenn man ausblendet, dass es sich hierbei um Teile der Vierten Dynamik handelt. Wie sehr man sich auch anstrengen mag, Gründe für einen Krieg zu finden, vom Blickwinkel der Vierten Dynamik aus betrachtet, ist es das Bestreben, einen Teil der Menschheit zu vernichten und als Menschheit unterzugehen.

Es ist ein bisschen so, als würde jemand seinen eigenen Füßen den Krieg erklären. Selbst, wenn er gewinnt, würde ihm danach etwas fehlen.

Eine etwas weniger blutige Form eines Untergangspostulates, ist das Ausschließen von Gruppenmitgliedern. Für eine Gruppe selbst bedeutet dies stets ein Kleinerwerden. Schon lange, bevor sie alle Mitglieder ausgeschlossen hat, ist sie untergegangen und tot.

Für jemanden, der Affinität zu einer Gruppe, zu deren Zielen und zu anderen in dieser Gruppe hat, ist es schmerzlich, wenn solche Untergangspostulate dramatisiert werden. Wenn er kein Mittel sieht, um dem zu begegnen und dem Gefühl erliegt, dass er nichts dagegen unternehmen kann, kann er sich „unterdrückt“ fühlen.

Und eine Unternehmung, die es wagt, Teile einer Dynamik auszuschließen, zu bekämpfen, umzubringen etc. darf erwarten, dass ihr aus dieser Richtung Schwierigkeiten erwachsen. Durch ihre eigene ausgeübte Unterdrückung hat sie Quellen für Schwierigkeiten für sich erzeugt.

Toleranz und die erlernbare Fähigkeit, mit anderen umzugehen, können einen davor bewahren, eine solche Situation zu erzeugen.

Worsel

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Über Felicitas Foster

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25 Antworten zu Das Bekämpfen der eigenen Füße

  1. Detlef Ruchatz schreibt:

    🙂

  2. hmm schreibt:

    Wie elementar… und das schmerzlichste daran ist das die Leute des Vereins auch auf unseren Dynamiken sind. Vielleicht weiter oben aber sie sind da. Damit habe ich hin und wieder zu kämpfen. Irgendeine Form von ARK zu Leuten zu entwickeln die keinerlei Verantwortung in meine Richtung schieben sondern eher so etwas wie negative Verantwortung. Letztendlich sollte ich aber darüber stehen. Denke ich…? Ich glaube wenn ich raus habe wie mir das stets gelingt dann bin ich OT.

    • worsel schreibt:

      Die Fähigkeit, andere zu verstehen und die Bereitschaft die eigene Sicht zu erweitern sind ganz bestimmt Wegbegleiter auf dem Weg zu OT. Da bin ich mir ganz sicher! Für mich persönlich weigere ich mich, die Personen in der CofS als Feinde oder Gegner anzusehen, sondern neige eher dazu, sie als zukünftige Independents zu sehen.

      • Burkhard schreibt:

        Worsel,
        das ist wohl die einzig vernünftige Sichtweise, um aus dem Schlamassel heraus zu kommen.
        Denn, habe ich einen Gegner, befinde ich mich bereits (wie der Gegner) in einer Einschränkung gegenüber den Dynamiken. In manchen Fällen und Situationen fällt mir das allerdings gelegentlich schwer… naja. Wie sagt der Volksmund: Man steht sich selbst im Wege (um zu verstehen und die eigene Sicht zu erweitern).

        Die zerstörerischen Unternehmungen, die zur Zeit auf der vierten Dynamik existieren, sind ein Beispiel dafür, in welch erbärmlichen Zustand sich einige Macht besitzende Wesen befinden. Siehe Syrien, siehe Co$.
        Die damit verbundenen Verluste an Integrität auf der vierten Dynamik ist für den Einzelnen nicht leicht zu ertragen.
        Ob ich den Wahnsinn verstehen möchte? Eigentlich nicht. Ich habe „nur“ meine Ressourcen, die ich verwenden und erweitern kann, um Vernunft dort zu erschaffen, wo ich meinen Einfluss geltend machen kann.
        Leider ist es nun mal so, dass die Zeit sehr eigenwillig läuft. Sie läuft langsamer, je weiter sie sich auf den Dynamiken ausdehnt. Und das verlangt die Geduld, die ich beim Anblick des Wahnsinns nicht haben will. Das ist schon eine Art antagonistische Haltung, welche mich hindern kann, in der Gegenwart zu sein. Zu Sein, als was auch immer… :).
        Es müsste ein „Sofort Beenden“ sein.

      • Rita Wagner schreibt:

        Genau Worsel!! So sehe ich die Personen die aktuell noch in der CofS sind ebenfalls: als zukünftige Independents – mit dem Ziel, endlich das zu erreichen, was sie schon jahrelang versuchten zu erreichen – Freiheit und die Ausbildung zum Auditor!!

        • Burkhard schreibt:

          Nun, wenn ALLE Independents geworden sind, gibt es keine Independents mehr!
          Womöglich sind wir dann ALLE eher freie Scientologen… 🙂

      • Roger From Switzerrland Thought schreibt:

        Der beste Kommentar den ich seit Monaten auf einem deutschen Blog gelesen habe.
        🙂 🙂 🙂 🙂

    • Han Solo schreibt:

      Nun hmm,
      man hat ja immer die Wahl zwischen der wertlosen Verstimmung und dem wertvollen Übernehmen von Verantwortung.

      Ich persönlich sehe es so: wenn ich studiere, auditiere oder dergleichen, dann lenke ich mein Theta in Richtung auf positive Ergebnisse. Die sind mir in dem Moment viel mehr real als diejenigen Churchies, die sich bislang immer noch mit den Lügen ihres Vereins abspeisen lassen.

      Ein weiser Mann sagte einmal: es ist die Pflicht von jedem, sich aufwärts zu entwickeln – damit andere nachrücken können!

  3. eddie schreibt:

    Sehr schön! Da fällt mir ein Zitat von Albert Einstein zu ein:
    „Der Mensch ist Teil eines großen Ganzen, das wir Universum nennen. Das Universum ist durch Raum und Zeit begrenzt. Der Mensch erfährt sich selbst, seine Gefühle und Gedanken als etwas, das vom Rest Getrennt ist – eine Art von optischer Täuschung seines Bewusstseins. Diese Täuschung ist wie eine Art Gefängnis für uns, denn wir sind dadurch an unsere Persönlichkeit und einige Wesen in unserer näheren Umgebung fest gebunden. Unsere Aufgabe ist es, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, in dem wir die Kreise unseres Mitgefühls erweitern, so dass wir alle lebenden Kreaturen und die Natur in ihrer ganzen Schönheit umarmen können.“

  4. SKM schreibt:

    Hallo Worsel.
    Netter Beitrag.

    Hatte neulich ähnliche Gedankengänge.

    Man wird im Leben nicht gut gedeihen, indem man andere auschließt oder gar bekämpft. Wachstum ist ausgeschlossen.

    Die Kirche dient als gutes praktisches Beispiel – da sie gegen die Dynamiken ihrer Mitglieder arbeitet, wenden sich diese von ihr ab. Somit gibts nur Schrumpfung und Verfall.

    Auch auf persönlicher Basis schränkt man sich immer mehr ein, je mehr man den Dynamiken oder ihren Vertretern geschadet, sie eingeschränkt hat. Die eigene Fähigkeit, Energie zu produzieren, schwindet proportional. Für eine Zeitlang mögen die Leute (wie im Beispiel einiger Kirchenmitglieder) es rechtfertigen (sich erklären, dass es eine Richtigkeit hat), doch auf lange Dauer geht auch das nicht und allmählich – oder plötzlich – kommt das Erwachen. Es kann dann sehr schmerzlich sein, erkennen zu müssen, dass man bestimmte Dinge getan hat, weil es von einem verlangt wurde: entweder weil „alle“ so gehandelt haben und es eben Teil der Kultur war, oder weil eine Autoriät, sei es persönlich oder schriftlich, es einem aufgetragen hatte.
    Das Gewissen ist stark im Menschen, und ein guter Indikator für die persönliche Ethik – doch leider kann das Gewissen auf Gruppenebene auch gedämpft werden (Beispiele dafür gibt’s genug).
    Mittelklasse PTSness könnte besser Gruppen-PTSness genannt werden, denn tatsächlich gehen einzelne Mitglieder zu den allgemeinen Wertvorstellungen (die tatsächlich destruktiver Natur sind) einer Gruppe „PTS“.

    Ist z.B. das Gefühl, nichts wert zu sein, weil man nicht bei einer Spendenaktion sein Scheckbuch gezuckt hat, keine „Mittelklasse“ PTSness?

    Auf diese Weise hat man einiges getan, von dem man später wusste, dass es nicht dem Überleben förderlich war. Das eigene Konto überzogen. Das Konto von anderen überziehen lassen. Gegen „Schatten“ kämpfen. Die Familie vernachlässigen. Und so weiter und so fort.

    Wir müssen diese Gruppenübereinstimmungen hinter uns lassen und uns selbst öfter Fragen, welchen Wert Dinge und Leute für uns haben, wo wir unsere Aufmerksamkeit hinströmen lassen und was wir vom Leben erwarten. Auf diese Weise kann man weit aus besser die Dynamiken so arrangieren, wie es dem eigenen Naturell entspricht – nicht weil jemand es von einem erwartet, sondern weil man das Gefühl hat, dass es genau das ist, wofür man da ist.

    🙂

  5. Han Solo schreibt:

    SKM,
    das nenne ich präzise erkannt : das Gefühl, nichts wert zu sein, weil man nicht bei einer Spendenaktion sein Scheckbuch gezuckt hat, ist für mich schon eine Art von “Mittelklasse” PTSness !!!

    Es ist auch ein Zeichen, daß man sich einen zweifelhaften Moralkodex hat überstülpen lassen. Der einen in eine zwefelhafte Rolle hinein zwingen will. Wie soll man da noch man selbst sein ?

  6. Gottfried schreibt:

    Hallo Worsel,

    ein klasse Beitrag von Dir!

    Hat mir sofort Erkennntnisse und ein besseres Wohlbefinden gebracht 🙂 🙂

    Ich hoffe, ich trete Dir nicht zu nahe, wenn ich Dir vorschlage, Dein Pseudonym von Worsel auf Goodsel zu ändern. Letzteres würde das Spannungsfeld zwischen Beitrag und Pseudonym herausnehmen und daher nicht mehr die eigenen Füße bekämpfen.

    8ARK
    Gottfried

    • worsel schreibt:

      🙂
      Der Name kommt nicht von „worse“, sondern von einer Figur aus der Lensmen-Saga von E. E. Doc Smith, einem begabten Telepathen mit dem Körper eines Drachen, Worsel von Valentia.
      Sehr interessante Serie, wenn Du SF magst.

      • Gottfried schreibt:

        Danke für die Erklärung der Bedeutung Deines Pseudonyms.

        Somit schmälert das Wort Worsel nicht die Großartigkeit Deines Beitrages!

        Erreiche nach wie vor ein besseres Wohlbefinden beim Lesen und Anwenden Deines Beitrages:-) 🙂

        Stammt die Wortkombination ‚Das Bekämpfen der eigenen Füße‘ von
        – Dir?
        – LRH?
        – jemand anderes?

        8ARK
        Gottfried

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