Mylène Beyer-Pillorget – Klasse IX, OT VII

Was ist aus dem Top Auditor geworden, der 1994 die meisten Stunden von allen Sea Org Auditoren auf dem Planeten auditiert hat?

Beyer/Pillorget, Klasse IX, OT VII, 20 Jahre in der Sea Org und in Scientology, starb am im Alter von 63 Jahren in einem Krankenhaus in der Nähe von Straßburg.

Nr. 1 Auditor in der Kategorie
„Sea Org“ 1994

Mylène Bild 1
Jemand, der sie kannte, schrieb:
„Sie war die freundlichste Person, die ich je kennengelernt hatte. Ich erinnere mich an St. Hill, wie sie auditierte und auditierte und auditierte und manchmal so viel Schmerzen von ihrer Verletzung hatte. Sie hatte Stahlnägel in ihren Beinen, irgendetwas war bei einer früheren Operation schief gelaufen.“
“Liebe, liebe, Du warst eine wundervolle Mutter und hast Deine Jungen so sehr geliebt. Es ist so traurig, dass Du diese Welt verlassen hast. Die Welt war ein besserer Ort, als Du in ihr warst. Gott segne Dich und Ruhe in Frieden.“
„Dies darf nicht in Vergessenheit geraten, weil viele Leute kannten. Sie war als Beyer bekannt. Sie war ein Spitzen-Auditor in St. Hill. Die Leute müssen wissen, was mit ihr passiert ist.“
Susan Talbot: Original – Englisch

(Beyer) Pilorget war ein Top-Auditor in Saint Hill. Ihre PCs haben sie geliebt.

Sie war beliebt und wurde für ihr großes Herz geschätzt, für ihren unermüdlichen Arbeitswillen, ihre Bereitschaft zu verstehen, ihre Hartnäckigkeit, Fragen beantwortet zu bekommen, für ihr unermüdliches Bestreben, Dinge zum Besseren zu wenden. Sie war jemand, der diese Welt zu einer besseren gemacht hat.

1998 verließ sie die Sea Org und wurde zur „Unterdrückerischen Person“ erklärt. Ihre zwei Söhne brachen den Kontakt zu ihr ab.

Selbst nach all diesen schmerzlichen Erfahrungen und zwölf Jahre später, war sie immer noch dabei gewesen, anderen zu helfen, die in Not waren. Sie arbeitete auf einer Station, die gelähmten Personen hilft. In dem unten aufgeführten Interview sagt sie, dass sie ein schlechtes Gewissen hatte, weil sie so viel Freizeit hatte und es soviel zu tun gab. Vielleicht dachte sie, dass die Gruppe von Scientologen sie verachtete. Aber dies ist nicht wahr. Von denjenigen, welche sie kannten, wurde sie bewundert.

Sie starb 2010 in Straßburg.

Mylène 1991 in ihrer Zeit in Saint Hill, Vierte Reihe, Dritte von rechts

Mylène 1991 in ihrer Zeit in Saint Hill, vierte Reihe, dritte von rechts

Saint Hill Mitarbeiter 1991, Mylène in der vierten Reihe als dritte von rechts

Saint Hill Mitarbeiter 1991, Mylène in der vierten Reihe als dritte von rechts

Die zwei „RTC“-Aufträge

Kurz vor ihrem Blow aus Saint Hill im Juli 1998 hatte Mylène zwei Spezial-Aufträge von „RTC“ bekommen und nach ihrem Verschwinden sprachen Mitarbeiter hinter vorgehaltener Hand darüber, wie viel ihr Verschwinden mit diesen Spezial-Aufträgen kurz vor ihrem Weggehen zu tun hatte.

Saint Hill und „RTC“ hatten nicht an einem Strang gezogen. Als dreisprachige Spitzen NOTs-Auditorin lieferte Myléne Auditing im Wert von vielen Millionen Pfund. 1994 war sie im Geburtstagsspiel weltweit auf Platz Eins in der Kategorie „Sea Org Auditoren“. Sie war beliebt. Sie wurde gebraucht. Während Saint Hill die eigenen Lieferung und die Leistungen von Mylène im Auge hatte, kamen die „RTC“-Anweisungen „von oben“ und setzten diese gegen die Interessen von Saint Hill durch.

Das „RTC“ nahm Mylène aus dem laufenden Auditing-Betrieb heraus und schickte sie nach Deutschland, um eine dringende Situation in den Griff zu bekommen. Hierbei hatte sie Einblick in Vorgänge bekommen, von denen das „RTC“ (oder jemand dort) nicht wollte, dass sie das Licht der Öffentlichkeit erreichten. Sie war jedoch eine Vollblut-Auditorin und nicht jemand, der sich charakterlich für heimliche Vertuschungsaktionen eignet. Und einmal die Fährte aufgenommen, war sie nicht so leicht wieder abzuschütteln. Ärger war vorprogrammiert und in Saint Hill war man beunruhigt.

In Berlin hatte sie Kontakt mit dem abgesetzten ED gehabt und die hatte sich sehr verdächtig benommen, weil sie sich mit Händen und Füßen dagegen geweigert hatte, von solch einem Spitzen-Auditoren auditiert zu werden, um Probleme wegen ihrer damaligen Amtsenthebung zu lösen (noch dazu kostenlos). Die Ethik-Abteilung von Saint Hill hatte auch eigene Beobachtungen gemacht und es wurde darüber gesprochen. Wenn auch nicht unbedingt zum „RTC“.

Der möglicherweise gemachte Fehler

Mylène wurde vorgehalten, einen Fehler beim Ablesen des E-Meters gemacht zu haben. Wir wissen nicht, was es war oder angeblich war. Vielleicht hat sie eine F/N angezeigt, die keine Miscavige F/N war, sondern „nur“ eine LRH-F/N. Vielleicht war es etwas anderes. Vielleicht war es auch nur eine Behauptung und eine fingierte Situation, um ihr Ansehen zu schädigen und sie von den Auditing-Linien zu entfernen (und so weiteren Aufdeckungen zu entgehen).

Mylène Bild 4In jedem Fall war die Reaktion unverhältnismäßig. Warum hat man sie zu Ethik geschickt und nicht einfach zu Cramming? Traute man der Qualifikationsabteilung in Saint Hill nicht zu, dies zu korrigieren?

Von ihrem Vorgesetzten, dem Senior NOTs C/S Saint Hill, Jaques Lederer, wird unten beschrieben, dass er versuchte, die offensichtlich unangemessene Behandlung Mylènes aufzuhalten. Auch er verschwand kurz darauf aus dem Auditing-Betrieb und aus Saint Hill. Andere, von denen nicht bekannt war, dass sie von Mylènes Spezial-Aufträgen für das „RTC“ wussten, blieben unbehelligt.

Mylènes Bericht unten erweckt den Eindruck, dass sie sich noch nicht die Frage gestellt hatte, wem sie auf die Zehen getreten war. Sie war besorgt über ihren „technischen Fehler“ und nahm die Ungerechtigkeit wahr, die hier stattfand. Andere Mitarbeiter von Saint Hill hatten zwar Eins und Eins zusammengezählt, sprachen aber nicht offen darüber. Niemand wollte selbst so behandelt werden.

Das Interview:
Mylène erzählt ihre Geschichte

Im Jahr 2008 hatte Mylène ein Radio Interview im französischen Sender „France Culture“ gegeben, in dem sie einen Einblick in ihr Leben gewährt. Sie berichtet über ihre persönliche Situation in „Les pieds sur Terre“ [Mitten im Leben] mit Sonia Kronlund:

Mylène: Ich hatte den Eindruck, ich könnte etwas bewirken, etwa, das ich im regulären Leben nicht bewirken könnte, denn eines Tages würde ich mich am Ursprung dieser wunderbaren Welt der Liebe befinden, an dem es keinen Krieg gäbe, keine Verbrechen. Wir wären alle Scientologen, wir wären alle glücklich, sozusagen im Himmel. Also bot ich meine Ewigkeit als Einsatz, denn ich unterzeichnete einen Vertrag über 1 Milliarde Jahre, damit ich mich nicht herausmogeln könnte. Für die weitere Expansion würde ich stark sein müssen

Mein erster Kontakt mit der Scientologykirche fand im Jahre 1977 statt. Ich hatte Probleme mit meinem Ehemann, die Kommunikation war irgendwie abgeschnitten. Wir hatten einen scientologischen Freund. Er war Auditor, mit anderen Worten, er praktizierte Sitzungen einer Art Pseudo-Psychologie. Ihm fiel auf, dass wir ins unserer Ehe nicht wirklich glücklich waren. Da er uns mochte, fragte er mich, ob er uns helfen könne. Er bot uns einen Scientology Prozess an, wenn wir das wollten. Ich war einverstanden.

Eines Abends führte er mich in einen Raum, indem sich ein E-Meter befand. Das ist eine Maschine, ein wenig wie ein Lügendetektor. Man muss die „Elektroden“ in die Hände nehmen und dann fließt Strom hindurch. Und wenn man dann an etwas Spezielles denkt, bewegt sich die Nadel. Es werden also Reaktionen angezeigt. Er gab mir dann eine Auditingsitzung. Ich fühlte mich wirklich gut, weil ich über meine Problem sprechen konnte. Am darauffolgenden Tag erklärte mir mein Mann, dass er mich noch immer liebt und ähnliche nette Dinge. Na bitte! Das war für mich der Beweis, dass es doch etwas an diesen Scientologysitzungen dran sein müsse.

Dass geschah in Durban. Und als wir in Johannisburg wieder zu Hause waren, kaufte ich einen Kommunikationskurs. Ich fühlte mich besser, als ich diesem Kurs begann. Ich lernte etwas und meine Kommunikationsfähigkeiten verbesserten sich, ich konnte den Mitmenschen zuhören, ich war viel präsenter, das war doch toll.

Ich bekam ein zweites Kind. Ich hielt für den Zeitraum eines Jahres Abstand zur CoS. In meiner Ehe ging es jedoch nicht besser, also ging ich zurück. Sie hatten mir bereits einmal geholfen, vielleicht könnten Sie mir ein zweites Mal helfen?

Für meine Ehe war es bereits zu spät, aber in meinem eigenen Leben …

Meine Moral war am Boden, ich war allein mit zwei Kleinkindern, isoliert und traurig. Ich traf wieder auf nette Leute. Sie schenkten mir Aufmerksamkeit, hörten mir zu und ich belegte Kurse. Ich fand neue Freunde. Das war gut.

Eines Tages traf ich eine junge Frau, die mir sagte, ob ich wüsste, wenn ich zur Elite gehören wolle, müsse ich mit ihnen gehen. Ihr erklärtes Ziel bestünde darin, den Planeten zu klären. Das bedeutete, einen Planeten zu schaffen, auf dem jeder glücklich sei, auf dem es keine Kriege gäbe, jedermann tolerant sei und es gäbe keine Kriminalität. Das war für mich ein solchermaßen hohes Ziel, oh, es wäre einfach wunderbar, dieser Gruppe anzugehören. Ich war mir sicher, das Richtige für mein Leben gefunden zu haben.

Also lebte ich in der Sea Org, das ist ein englischer Ausdruck für „Organisation der See“, eine Organisation wie in der Seefahrt, eine Elitegruppe, in der die Mitglieder ihr gesamtes Leben der CoS widmen. Sie unterschreiben einen Vertrag über eine Milliarde Jahre, da sie daran glauben, mehrere Leben zu leben. Ich unterschrieb.

Die junge Frau, die ich zuvor getroffen hatte, erzählte mir, sie benötigten jemand, der in die USA führe und sich zum Kursüberwacher ausbilden lässt. Und da hätten sie an mich gedacht. Ich sagte: „Warum nicht?“

So fuhr ich mit meinen Kindern nach Florida und absolvierte eine neunmonatige Ausbildung und als ich nach Südafrika zurückkam, übernahm ich den Posten des Kursüberwachers. Alle zwei Wochen, wenn die Ergebnisse der Arbeit auf dem Posten gut ausfielen, hatten wir einen Tag frei. Ich entschloss mich, meinen Tag mit den Kindern in der Nähe von Johannisburg in den Bergen zu verbringen. Ich packte meine Kinder ins Auto und fuhr los.

Unglücklicherweise hatte ich an diesem Morgen einen Autounfall und wurde im komatösen Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Den Kindern passierte nichts, ich hatte zwei gebrochene Beine und Frakturen im Beckenbereich. Ich verbrachte zwei Monate im Rollstuhl und musste weitere sechs Wochen mit Hilfe von Unterarmgehstützen gehen. Es dauerte fast ein Jahr, bis ich mich vollständig erholt hatte.

Natürlich war ich immer noch Mitglied der Sea Org, und als ich zurückkehrte, musste ich Rede und Antwort stehen, wieso ich einen Unfall gehabt hatte. Ich verstand es nicht. Für mich war es normal, ich konnte nicht arbeiten, es kostete Geld, ich war immer noch gebrechlich … jetzt war ich ein minderwertiges Mitglied der Gruppe.

Ich ging also zu Ethik, die Abteilung, die für die Moral zuständig ist, und die nach besonderen, von L. Ron Hubbard verfassten Richtlinien arbeitete. Ich musste alle meine Verbrechen niederschreiben, Dinge, die getan hatte, oder hätte tun sollen und nicht getan. Und für Personen, die so böse wie ich sind, gab es körperliche Arbeit. Es gab immer genug zu tun, bergeweise, Dinge, für die sonst keiner die Zeit fand.

Zum ersten Male stellten sich Zweifel über die Gruppe ein. Ich bat darum, gehen zu dürfen. Um acht Uhr am darauffolgenden Tag kam der Ethikbeauftragte zu mir und sagte: „Wie es aussieht, gehst du. Also gib mir die Schlüssel!“ Ich musste für mich und meine Kinder eine Unterkunft finden. Ich mietete einen Wohnwagen. Wir kamen in einem Park mit Schwimmbecken unter. Es war wie in den Ferien, wunderbar!

Aber mein Freundeskreis bestand nach wie vor aus Scientologen. Sie beschoren mich, zurückzukommen. DU kannst doch wenigsten Auditing bekommen und Kurse studieren. Schließlich kam ich zurück. Das hatte zwei Jahre gedauert. Wir schrieben mittlerweile das Jahr 1984 und ich war ein Public, ein Mensch aus der Öffentlichkeit, so nennt man einen Scientologen, der kein Mitarbeiter ist. Ich studierte abends, ich tat es mit großem Interesse.

1988 fuhr ich nach England zur Saint Hill Org, das britische Hauptquartier, ein wunderschöner Ort, mit lächelnden Menschen in schönen Uniformen. Ich tappte vollständig in die Falle, als man mir sagte: „Wir schicken dich nach Florida, weil wir dort Auditoren brauchen.“ Ich konnte natürlich nicht ablehnen, denn das war mein Ziel, seit ich den Vertrag unterschrieben hatte. Also würde ich fahren. Ich zahlte sogar selber für den Flug, weil die Org dort keine Mittel dafür bereitstellen konnte. Sie versprachen zwar zu zahlen, taten es aber nicht. Ich fand stets Entschuldigungen für sie.

Ich reiste in die USA. Dort begann ich meine Ausbildung als Auditor. Es war eine harte Zeit. Arbeitsbeginn war morgens um 8:30 Uhr, wir studierten den ganzen Morgen bis in den Nachmittag hinein mit einer halben Stunde Essenspause. Jedes Mal wurden alle Studenten namentlich aufgerufen. Wir studierten bis zum Abendessen. Denjenigen, die Kinder hatten wie ich, gestand man ein Stunde „Elternzeit“ zu. Also standen uns 45 Minuten zum Essen und eine Stunde für die Kinderbetreuung zur Verfügung.

Unsere Kinder waren in der Kadetten-Org untergebracht. Emmanuel war 11 und Sébastien 10 Jahre alt. Nach dem Besuch der öffentlichen Schule hätten sie zum Beispiel ihre Hausaufgaben machen sollen, dies geschah jedoch nicht. Stattdessen wurden sie in der Ablage beschäftigt. Ich wusste nichts davon. Wir waren getrennt untergebracht, sie in Schlafsälen, ich wohnte bei den Studenten.

Wir studierten bis 22:30 Uhr, dann wurden wir mit einem Bus ins Quartier gefahren. Dieser starre Ablauf wurde länger als ein Jahr beibehalten. Dann war ich Auditor und ich war glücklich.

Im Winter führen wir nach England zurück, wir wohnten in einem 15 m² großen Zimmer mit drei Metallbetten, einem kaputten Schrank als einzigem Mobiliar. Dort lebten also auch die Kinder, sie verbrachten den ganzen Tag in diesem Hause, während wir im Saint Hill Manor arbeiteten. Busse transportierten uns morgens und abends. Ich kam jeweils so gegen Mitternacht nach Hause. Meine Kinder schliefen dann bereits. Ich fühlte mich schuldig.

Ich fühlte mich schuldig, weil ich meine Kinder vernachlässigte. Keine Zeit für die Hausaufgaben oder Schulveranstaltungen. Als Mutter war ich nicht präsent. Ich erinnere mich an eine Sache, es war …

„… es gab diesen Vorfall mit meinem Sohn, er muss etwa 13 Jahre alt gewesen sein, er spielte mit gleichaltrigen Freunden an einem Ort, an dem Betonplatten mit herausragenden Stahlstäben herumlagen. Beim Herumtoben fiel er und ein Stahlstab bohrte sich in seinen Oberschenkel. Das Loch war daumendick. Als ich aus Sitzung kam, teilte mir jemand mit, dass Emmanuel einen Unfall hatte. Er befände sich im Krankenhaus. Und ich? Statt wie jede normale Mutter sofort ins Krankenhaus zu fahren, arbeitete ich weiter. Können Sie sich das vorstellen? Ich vernachlässigte meine Kinder. Soweit war es schon gekommen.

Natürlich war ich in diesem Augenblick die Heldin des Tages, die die Gruppe vor die Familie stellt, aber nein! Nein! Ich wusste nur allzu gut, dass es meinem Kind nicht gut geht und dass es mich braucht.

Wenn ich alleine bin, fühle ich mich nicht gut. Wir hielten uns jedoch an das Gebot des Schweigens. Wir hatten nicht das Recht, jemanden anzuvertrauen, dass es uns nicht gut ginge oder dass wir nicht anders handeln konnten. Also werden wir mit unseren Zweifeln und Schuldgefühlen allein gelassen.

Soviel dazu und darüber hinaus war ich gegen die Vorstellung einer Kirche, die nur den Reichen hilft. Ich glaube, das war nicht normal. Ich selbst erhielt von der Kirche, ich weiß nicht genau, 20 Pfund pro Woche. Ich arbeitete 40 bis 50 Stunden die Woche. Meine Klienten zahlten 300 Pfund für eine Auditingstunde.

Manchmal habe ich gemogelt. Denn es gab reiche Leute und andere waren weniger wohlhabend und hatten sich das Geld geliehen. Sie nahmen Hypotheken auf ihr Haus auf, um Auditing zu kaufen. Das habe ich beobachtet. Es war schrecklich. Ich erinnere mich an einen Klienten, der pleite war. Er kam, weil es ihm überhaupt nicht gut ging. Ich nahm ihn in Sitzung, dann war die eine bezahlte Stunde vorbei und auditierte ihn ab jetzt kostenlos (lacht). Ich war so glücklich! Ich dachte: „Juchu, ich auditiere kostenlos, das ist so cool!“ Aber als ich aus dem Auditingzimmer kam, wurde ich umgehend zur Ethikabteilung geschickt.

Natürlich konnte ich dem Ethikbeauftragten nicht sagen, dass es mir nicht gut ging.

„Wo geht all das Geld hin?“

„Warum ist es eine Religion für die Reichen?“

Diese Fragen durfte ich nicht stellen, sonst hätte ich Toiletten schrubben, oder vielleicht Geschirr für ungefähr zwei Wochen abwaschen müssen. Dann würde ich formell bestehen müssen: Ich müsste mir von jedem Gruppenmitglied unterschreiben lassen, dass mir der

Mylène Bild 5Wiedereintritt in Gruppe erlaubt würde. Es gab 150, ich musste demnach mindestens 80 Unterschriften einholen. Das macht wirklich keinen Spaß!

Ich wage nicht, diese Dinge auszusprechen. Trotz allem wollte ich auditieren. Wenn ich in meinem Auditingzimmer bin, lassen mich alle zufrieden. Auf diese Weise war ich fast frei.

Ich bekam einen Klaps auf das Handgelenk. „Das ist nicht gut. Tu das nicht noch einmal und geh zurück.“ Es war eben profitabler, mich nicht zu lang bei Ethik zu behalten. Sonst würden sie zuviel Geld verlieren. Also auditierte ich wieder, aber ich war nicht mehr die Selbe. Das Maß war fast voll.

Im Jahre 1994 erhielt ich eine Auszeichnung, denn ich hatte die höchste Anzahl an Stunden auf dem ganzen Planeten auditiert. Deshalb reiste ich nach Clearwater in den USA. Ich traf dort all die Hohen Tiere der CoS in ihren schönen Uniformen. Es waren Halbgötter. Sie befanden sich an der Spitze der Spitze der Kirche. Es verschaffte mir die Energie mit der Ausbildung weiterzumachen – trotz meiner Nichtübereinstimmungen.

Meine Kinder waren in England, ich fühlte mich weniger schuldig, denn ich dachte mir, sie haben Freunde und sie sind glücklich. Vielleicht beruhigte ich mich damit nur selbst. Ich konnte es nicht wissen, denn ich hatte sie schon lange nicht mehr gesehen.

Eines Tages, als ich gerade auditierte, erhielt ich einen Anruf aus England. Emmanuel, mein älterer Sohn, sagte mir, dass Sébastien die Sea Org verlassen wollte. „Ich darf es dir eigentlich nicht sagen, aber ich möchte es dir sagen, weil du so weit weg bist. Bis du hier bist, wird er weg sein.“

Sie hatten ihn bedroht und gesagt: „Wenn du deiner Mutter jemals erzählst, dass du gehen willst, holen wir sie zurück und dann wird sie nicht mehr die Zeit finden, ihre Ausbildung zu beenden.“

Aber sein Bruder missachtete die Regeln. Ich sagte Emmanuel, er möge Sébastien bitten, mich anzurufen. Fünf Minuten später rief Sébastien mich an und sagte: „Ich will gehen! Ich werde weiterhin Scientologe sein, aber nicht mehr zusammen mit dir in der Sea Org sein, aber wenn ich gehe, wirst du mich dann noch liebhaben?“ (Weint).

Ich antwortete ihm, dass selbst wenn er Scientology ganz verließe, würde ich ihn natürlich immer liebhaben.

Ich war so schockiert. Ich glaube, dass dies und all die Dinge, die sich anhäuften, auch wenn ich die Dinge tat, die ich tun wollte, mich dazu veranlassten, zu gehen. Dann auditierte ich weiter, um meine Zertifizierung abzuschließen und danach konnte ich nach England zurückkehren.

Dann geschah eines Tages etwas. Ich befand mich in einem speziellen Saal, in dem eine Sitzung gefilmt werden sollte. Während dieser Sitzung unterlief mir ein Fehler beim Ablesen des E-Meters. Daher fand ich mich selbst bei Ethik wieder und ich war wieder mal dabei, alle meine Verbrechen aufzuschreiben. Dann, ganz unvermittelt, stand ich auf und blickte aus dem Fenster und sagte mir: „Ich habe es satt, ich kann nicht mehr, ich werde gehen.“

Ich konnte es nicht laut sagen. Aber vielleicht gab es etwas in meinem Verhalten, was das offensichtlich machte, denn als ich abends nach Hause kam, warteten bereits Sicherheitsleute auf mich. Sie kümmern sich um Sicherheitsbelange in allen Gebäuden der Scientologykirche. Es wartete also einer der Wachmänner auf mich, als ich aus dem Bus ausstieg. Er begleitete mich und sagte zu mir: „Pack deine notwendigsten Sachen und Waschzeug zusammen. Dann folge mir.“

In einem anderen Schlafsaal sagte er zu mir: „Du bist festgesetzt, weil du gehen willst.“ Irgendetwas musste mich verraten haben, als ich bei Ethik war. Ich war nicht eingeschlossen, aber vor der Tür gab es eine Wache. Ich konnte also nicht einfach im Schutze der Nacht fliehen.

Ich überlegte mir, dass ich künftig bei Ethik äußerst gefügig sein musste. Dann kann ich in mein eigenes Schlafzimmer zurückkehren und eines Morgens werde ich dann gehen.

Eines Morgens versteckte ich mich in meinem Zimmer, statt den anderen in den Bus zu folgen. Ich wartete. Als die beiden Busse abgefahren waren, ergriff ich meine Handtasche und meinen Pass. Ich ging direkt zum Bahnhof und nahm einen Zug nach New Heaven. Von dort aus nahm ich um 15:00 Uhr die Fähre nach Frankreich, nach Dieppe.

Ich stand am Heck der Fähre und blickte auf die englische Küste. Ich hatte das Gefühl, je weiter ich mich entfernte, desto mehr Freiheit könnte ich erlangen. Es war, als ob plötzlich eine große Last von mir abfiel.

Interviewer: Sie haben 21 Jahre in Scientology verbracht?

Mylène: Ja. Es begann 1977 mit meiner ersten Auditingsitzung und ich ging im Juli 1998. Danach lebte ich bei meiner Mutter, die mich bei sich aufnahm.

Am Abend rief ich meinen Sohn Sébastien an, um ihm zu sagen: „Mach dir keine Sorgen. Ich bin gegangen und ich will nicht mehr zurückkommen. Ich bin jetzt bei Großmutter. Sag es Emmanuel.“

Natürlich hätte ich nicht mit Emmanuel reden können. Er befand sich innerhalb der Organisation und ich war gerade geflohen.

Interviewer: Hatten Sie in Frankreich noch eine Beziehung zu Ihren Kindern?

Mylène Bild 6Mylène: Das wäre schön gewesen. Nein. Die Gruppe bot mir die Gelegenheit, zurückzukommen und exkommunizierten mich dann einen Monat später.

Wenn Sie exkommuniziert wurden, dürfen Sie keinen Kontakt zu anderen Scientologen haben. Also haben sie meinen Kindern verboten, mich zu treffen und sie verboten mir, meine Kinder zu kontaktieren. Ich erhielt Briefe, in denen stand, dass sie sich entschieden hätten, die Kommunikation abzubrechen, weil ich exkommuniziert worden war. Sie würden erst wieder mit mir kommunizieren, wenn ich zur Gruppe zurückkehren würde. Ich habe sie seit zehn Jahren nicht mehr gesehen, ich weiß nicht einmal, wo sie sich befinden.

Interviewer: Hoffen Sie, dass Ihre Kinder eines Tages aus Scientology austreten?

Mylène: Nun … ja! Aber ich meine, wenn sie dann überhaupt keine Scientologen mehr sind, kann ich das nicht behaupten. Sébastien hat die Sea Org bereits verlassen, als er mich anrief. Und mein Ex-Mann hat mir neulich erzählt, dass Emmanuel im April gegangen sei. Er lebt in London, sie sind jetzt Publics.

Das bedeutet, dass sie weiterhin Kurse machen, und dass sie Geld an die CoS zahlen, aber sie leben jetzt ein fast normales Leben. Vielleicht haben sie ja die Gelegenheit, Dinge zu beobachten oder zu hören, die ihnen die Augen darüber öffnen, was Scientology wirklich ist.

Sie sind der Erste, dem ich meine Geschichte vollständig erzählt habe, das ganze Thema ist einfach zu schmerzlich. Menschen, die es niemals erlebt haben, können es kaum glauben. Manchmal sage ich mir selbst, ich werde ihnen meine Geschichte erzählen und sie werden mir nicht glauben. Vor Kurzem brach ich das Schweigen. Ich habe zehn Jahre dafür gebraucht.

Interviewer: Warum hat das so lange gedauert?

Mylène: Weil … drei Jahre lang hielt ich mich selbst noch für einen Scientologin, ich lese immer noch Hubbards Bücher, ich wende immer noch einige kleine Dinge an. Und das ist verrückt! Und ich fühle mich gegenüber der Gruppe schuldig. Ich schäme mich fast dafür, soviel Freizeit zu haben, wo es doch so viel Arbeit zu tun gibt.

Ein Freund druckte für mich Sachen aus, die er im Internet gefunden hatte. Meistens habe ich es nicht gelesen. Ich dachte, es wären Lügen. Ich sah in Tausenden von Sitzungsstunden, wie Scientology geholfen hat. Ja, aber ich wollte nichts mehr davon sehen, nichts lesen.
Ich wollte es einfach nicht.

Ich rede jetzt darüber, yipiie, ich fühle mich gut darüber! Denn ich sage: Macht nicht das, was ich gemacht habe. Lass diese Gruppe dich nicht einlullen. Der Preis ist zu hoch.

Meine Enkeltochter wurde 2000 geboren. Sie ist acht Jahre alt. Ich kenne sie nicht. Sie ist verloren für mich. Aber, schauen Sie, ich argumentierte, dass es der Fehler der CoS gewesen sei und ich dachte, ich hätte nicht das Recht, weil ich war es, der in die Kirche ging. Verstehen Sie das? Ich kann immer noch nicht sagen, sie waren es, die mir das angetan haben. Ich glaube immer noch, dass ich es mir selber angetan habe.

Es ist unfassbar … unfassbar.“

(Teil 1 und Teil 2)

Mylène Bild 7

Mylènes Tod

Ich habe es aus „scientologischen Gründen” bisher nicht bekannt gemacht, obwohl wir seit einigen Jahren gute Freunde waren.

Ich besuchte sie im Krankenhaus, als sie noch einige Anzeichen von Bewusstsein und Reaktionen, auf das was ich sagte, hatte. Sie hatte am 15 Juli in Schirmek, nahe Straßburg, während sie arbeitete, um gelähmten Patienten zu helfen, einen sehr schweren Herzanfall gehabt. Sie arbeitete für die APF (Französische Vereinigung für Gelähmte). Sie arbeitete dort ehrenamtlich als Leiterin ihrer eigenen Abteilung mit ihren eigenen Patienten in jeden Sommerferien.

Sie wurde ganz besonders geschätzt und geliebt und war sehr aktiv. Ich kannte sie gut, da sie auch bei Film-Interviews und Artikeln über den Scientology-Kult geholfen hatte.
Zehn Minuten nach dem Anfall bekam sie von Feuerwehrmännern Erste Hilfe. Dann wurde sie innerhalb von 60 Minuten ins Universitätsklinikum gebracht, wo sie stundenlang operiert wurde. Sie bekam drei Stents und ihr Herz wurde durch eine externe Herzmaschine außerhalb ihres Körpers zehn Tage unterstützt. Sie hatte unzählige automatische Infusionen und war an drei komplizierte Meßsysteme angeschlossen.

Ich wurde damals von jemandem über ihren Zustand informiert, der ihr eine Wohnung im Süden vermietet hatte und ich ging zum Krankenhaus in Straßburg. Niemand von ihrer Familie war in der Lage sie zu besuchen. Ihre Mutter war auch dem Tode nahe und war einige hundert Kilometer von Straßburg entfernt.

Obwohl ihre Söhne recht gut informiert waren und in der Lage gewesen wären innerhalb von ein paar Stunden bei ihr zu sein und sie zu besuchen, haben sie, soweit wir wissen, nicht eine einzige Nachricht geschickt…

Mylène, die vor zehn Jahren von dem Kult geflohen war, war für den verkehrtesten nur möglichen (aus meiner Sicht) aller möglichen Gründe zur „unterdrückerischen Person“ erklärt worden, da sie ein Spitzen Klasse IX Auditor war, mit einer großen Leistung als Auditorin Saint Hill UK in drei Sprachen (Französisch, Englisch und Deutsch): wahrscheinlich hat sie eine „F/N übersehen“, das zeigt die Schwere ihres „Verbrechens“. Sie war so eingeschüchtert über diesen Fehler, dass sie in das RPF gehen wollte (nicht wissend, was das RPF wirklich war), was sie damals als ein Mittel idealisierte, um ihren „Auditing Fehler“ zu korrigieren, aber ihr Auditing Direktor lehnte dies ab und Mylène entschied sich zu fliehen.

(Mylène wurde damals etwa ein Pfund pro Tag bezahlt, um etwa 55 Stunden Auditing zu liefern, die der Org 200 bis 300 Pfund pro Stunde einbrachten. Sie war eine Geldmaschine für den Kult.) Und sie erhielt eine Freeloader Bill von über 1,6 Millionen US $.

Ihre Kinder waren damals beinahe 20 Jahre alt und waren hochrangige „Führungskräfte“ in St. Hill UK.

Ich war am zweiten Tag nach dem Herzanfall in Straßburg und es gab noch einige Anzeichen, dass sie mich erkannte und wahrscheinlich etwas von dem verstand, was ich sagte. (Besonders aufgeregt war sie, als ich ihr verkündete, dass ihr ältester Sohn am 21. Juli ein Baby bekommen hatte, sechs Tage nach ihrem Herzanfall.) Dann schickten die Reanimations-Professoren und -Ärzte sie wieder in den Operationsraum zurück, um sie an eine Herz-Lungen-Maschine anzuschließen.

Vom Abend dieser Operation an, einem Freitagabend, war sie bewusstlos und zeigte nicht die geringste Bewegung, außer vielleicht einer allerkleinsten in ihren Augen. Ich musste sie am Sonntag verlassen, ohne zuvor ein echtes Zeichen von Bewusstsein bemerkt zu haben. Einige Tage stabilisierte sich ihr Zustand, war jedoch nie so gut, dass die Ärzte die Infusionen abschalten konnten, dann verschlechterte sich ihr Zustand von Tag zu Tag, eine Lungenentzündung kam hinzu und so weiter, und sie starb.

Ihre Schwester war endlich in der Lage gewesen, ihre sehr kranke Mutter in einem Pariser Krankenhaus Paris zu verlassen und kam, um Mylène in Straßburg zu besuchen. Ihre Schwester sah keine Anzeichen mehr, dass Mylène sie erkannte und erhielt weder Reaktionen auf ihre Gegenwart, noch auf Musik in ihren Ohren, noch auf sonst irgendetwas.

Mylène konnte auch nicht die kleine Muskelbewegung ausführen, da sie unter einer Infusion eines Curare-Medikamentes stand, um unerwünschte Bewegungen zu verhindern, die das Beatmungsgerät hätten stören können. Sie stand noch immer unter einer Menge Infusionen, um ihre Lebensfunktionen aufrechtzuerhalten, aber ihre EEGs waren nicht gut und zeigten eine Hemiplegie (Halbseitige Lähmung).

Sie wurde am letzten Montag, dem 16ten August in Etrechy in der Nähe von Etampes, südlich von Paris begraben. Einige Freunde in Paris waren dort, um ihrer Asche das Geleit zu geben. Ich selbst konnte nicht hingehen.

Die scientologischen Kinder kümmerte es nicht oder sie wollten nicht zum Krankenhaus oder zu ihrer Beerdigung kommen, obwohl sie durch ihren Vater informiert worden waren. Der war zwar seit Jahrzehnten von Mylène geschieden, stand aber in gutem Kontakt mit ihr (er lebt in einem weit entfernten Land und konnte nicht kommen.)

Die Kinder sind nicht mehr Sea Org Mitglieder, aber zahlen an ihren Freeloader-Rechnungen. Der älteste ist mit einer Scientologin verheiratet, die aus einer sehr reichen Scientology-Oldtimer-Familie entstammt, deren Mutter ein OT VIII ist, und in sehr schlechtem Zustand aufgrund von Krebs ist, soweit uns bekannt ist. Mylène Pilorget war die älteste von vier Schwestern, zwei von ihnen sind bereits vor ihr gestorben.“

Roger Gonnet
(Original)

Die Bilder 2 bis 5 sind Werbemnaterialien von Saint Hill entnommen.

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Über Felicitas Foster

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20 Antworten zu Mylène Beyer-Pillorget – Klasse IX, OT VII

  1. Strubbl, aka Andrea Albrecht schreibt:

    Mich hat dieses Schicksal sehr berührt – und gleichzeitig getröstet. Es hätte mir viel schlechter ergehen können, wenn ich so in der sogenannten Kirche weiter gemacht hätte wie bisher. Mehr und mehr erschließt sich für mich die Zukunft, alles Hätte, Würde und Wäre löst sich auf zu einer strahlenden Klarheit, dass die Scientologie niemals mit Scientology verwechselt werden darf. Danke für diesen Beitrag, der hoffentlich mehr Menschen in dieser Situation die Augen öffnet. Ihr seid toll! Weiter so!

  2. Han Solo schreibt:

    Über Mylene, den Auditier-Engel aus Saint Hill, habe ich von vielen Leuten nur das Beste gehört.

    Eine hoch ausgebildete Person, die zahllosen Leuten hilft … nur um, nachdem sie in Ungnade fiel und ging, sich mit Selbstvorwürfen zu quälen.

    Meine letzten Auditing-Aktionen in der ‚Church‘ wurden von Sea-Org-Mitarbeitern duchgeführt. Ich habe damals gefühlt, dass es denen schlecht geht, dass sie mit unterdrückter Trauer herumliefen, und dass sie Arbeitssklaven waren, praktisch ohne jede Freizeit (denn in ihren paar Stündchen Freizeit, wenn sie denn überhaupt welche bekommen, müssen sie ja ihren Haushalt und ihre Wäsche machen). Dies war eine Ladung, die ich direkt vor meiner Nase hatte und die ich nicht auflösen konnte – ein sehr störendes gegenwärtiges Problem für mich. Und eine dicke Lüge: angeblich geht’s um eine bessere Welt, aber die eigenen Mitarbeiter werden besonders schlecht behandelt.

  3. Burkhard schreibt:

    Ein Schicksal mit einem sehr, sehr traurigen Ende.
    Dass nicht einmal ihre Kinder ihr Beistand leisteten, ist erbärmlich.

    Leider glauben immer noch genügend Mitglieder der Church, dies seien von SP´s verbreitete Lügengeschichten.

    • Burkhard schreibt:

      Nachtrag:
      Und wer weiß, wie viele unbekannte Schicksale es noch gibt, verzweifelt, traurig, enttäuscht vor einem familiären Scherbenhaufen stehen.

  4. Irene schreibt:

    Hammerhart!
    Mich würde wirklich interessieren, was Mylene in den letzten Monaten vor ihrem Blow gemacht hat. Wenn jemand etwas darüber weiß oder mit ihr Kontakt hatte, fände ich das interessant.

  5. Zephyr schreibt:

    Mylene war eine wunderbare Person, immer lächelnd, ein Inbegriff von ARK und Effiienz als Auditor. Ich war erschüttert als ich den englischen Artikel las, darüber was mit ihr geschah.

    Es gibt die Toten, die direkt mit David Misvavige in Verbinding gebracht werden können und dann die vielen, vielen S.O. Mitglieder, die indirekt an gebrochenem Herz und dem Fehlen von Auditing und dem Wissen was wirklich vor sich ging, langsam wegsterben.

    Greta

  6. Worsel schreibt:

    Die erste Frage der Ethik-Reparatur-Liste lautet:
    „Wurde die Arbeit, die du gemacht hast, nicht gewürdigt?“
    (LRH hat diese Frage nicht ohne Grund an die erste Stelle auf dieser Liste gesetzt. )
    Mylène hätte die Frage sicherlich verdient gehabt.

    • Rita Wagner schreibt:

      Ja Worsel!! Daran musste ich auch denken, beim Lesen dieser ergreifenden Geschichte eines so wertvollen Wesens!!
      Sie hätte noch so viel mehr verdient gehabt!

  7. Davide schreibt:

    Eine wunderbare Frau, mir kommen die Tränen vor Rührung und vor Wut.

  8. Josef schreibt:

    Ja sagt mal, habt Ihr denn kein Vertrauen in Mylène?
    Sie war voll ausgebildet und OT VII. Kein eigener Fall mehr. Sie dürfte in einem hervorragendem Zustand als Wesen sein. Ich wünschte, ich wäre da. Sie hat entschieden. Selbstbestimmt so hoffe ich. Demonstriert dass die CoS fehlgegangen ist. Die besten Mitarbeiter wie Dreck behandeln.

    Sie hat entschieden, dass sie in diesem Leben nicht mehr weitermachen will. Das ist doch verständlich. Jetzt hat sie die Chance auf einen ganz neuen Start. Wieso die Trauer? Längst hat sie einen neuen Körper in einer schönen Familie. Bei den Wahrnehmungen, die ein OT hat, sollte sie das bestens geregelt haben.

    Wieso trauert der Mensch? Es ist der persönliche Verlust. Der Verlust einer Kommuniktionslinie. Der Mensch, der trauert, beweint nicht die gestorbene Person, sondern sich selbt, weil er eine Kommunikationslinie verloren hat. Die Trauer ist in diesem Fall sehr egoistisch. Denkt doch bitte auch mal an Mylène! Sie ist jetzt frei! Sie kann neu starten!

    Ich wünsche Mylène alles Gut für ihre Zukunft.

    • Worsel schreibt:

      Lieber Josef, mein Verstehen geht in eine andere Richtung. Ich kann dem Artikel nicht entnehmen, dass sie in einem hervorragendem Zustand (als Wesen) war und dass alles „bestens geregelt“ sei, dafür sehe ich keinen Anhaltspunkt.
      Dass Trauer über den Tod eines lieben Menschen „egoistisch“ ist, diese Ansicht kann ich ebenfalls nicht teilen. Manchmal kann man unabhängig von seiner ersten Dynamik schauen und Mitgefühl mit anderen empfinden, wenn denen Anerkennung für ihre Leistungen versagt wird oder sie in einer Weise behandelt werden, die nicht ihre tatsächlichen Absichten reflektiert.
      Ungerechtigkeit erzeugt Unsicherheit, vielleicht sogar bei Engeln.
      Ich wünsche ihr auch alles Gute für die Zukunft.

    • Han Solo schreibt:

      Ich teile die Auffassung von Worsel.

      Josef, in dem Interview sehe ich Mylene nicht in dem „hervorragenden Zustand“, wie Du es nennst. Sie sagt stattdessen, das Thema sei „zu schmerzlich“, und daß sie 10 Jahre gebraucht habe, um darüber zu sprechen. Was für eine Kommunikationsverzögerung !

      Meine Trauer / Verärgerung / Enttäuschung betrifft den Umstand, daß wieder ein begabtes, hilfsbereites und hoch trainiertes / auditiertes Wesen von der unterdrückerischen ‚Church‘ fertig gemacht wurde. Diese ‚Kirche‘ ist eine Theta-Falle geworden, von der man WIrkung ist, solange man darin fest steckt.

      Möge Mylene im nächsten Leben die Früchte ihrer Hilfsbereitschaft und ihrer Auditingstufen ernten !

      • Burkhard schreibt:

        Wenn man wie Mylene als OTVII in einem dermaßen traurigen Schicksal endet, dann frage ich mich, ob das gelieferte OTVII in der Co$ überhaupt ein Pfifferling wert ist….

      • SKM schreibt:

        Kann mich nur anschließen.

        • Schorsch schreibt:

          Beim Sterben dürfen wir nicht vergessen, dass hier auch eine Genetic Entity mit dabei ist. Das hat auch einen Einfluss auf uns. Im Leben wie beim Sterben.
          Weiters: wir gehen immer von dem „Dogma“ aus, dass es mit Sicherheit ein nächstes Leben geben wird. Ob das so sein wird ist jedenfalls bei mir nicht unter meiner ureigenen Kontrolle. Ob ich wieder komme, wann in Bezug auf Erdkalender und in welcher Form weiß ich nicht und ich würde mich da nicht festlegen wollen.
          Ebenso weiß ich nicht was „da oben“ passiert und ob ich mich, wie nach einer Nacht nach dem Aufwachen, auch noch irgendwie an etwas erinnern kann.
          Ob OT 7 was wert ist kann natürlich nur jemand beantworten der das gemacht hat. Ich persönlich denke aber, dass man das was man sich davon erhofft nicht erreicht wird, um es mal freundlich zu formulieren. Auf der anderen Seite bin ich aber auch nicht so traurig darüber. Denn wenn ich mir vorstelle einem OT gegenüber zu stehen der keine Disziplin mehr kennt und mit mir macht was er will so denke ich, es ist gut so, dass es nicht funktioniert. Wir brauchen nicht eine starke Organisation um Geld zu machen, sondern um Kontrolle über die „Produkte“ aufrecht zu erhalten. Ein wild gewordener „echter“ OT könnte potentiell einfach zu viel Schaden anrichten. Und eine Kontroll-Instanz die so was regeln könnte gibt es jetzt meines Wissens nach nicht mehr.
          Ich bin das eine oder andere mal einem OT 3 oder 7 gegenüber gestanden der versucht hat mich mit OT Absicht zu kontrollieren. Da das bei mir nicht klappt (wie beim Star Wars Film (glaube Teil 4 war das – kann man sich das vorstellen, wo einer nicht mittels Jedi Absicht kontrolliert werden konnte) ist der eine oder andere etwas stinkig geworden. Aber das waren nur seltene Ausnahmen.

      • Han Solo schreibt:

        Hello Burkhard, SKM !

        Meine persönliche Meinung dazu ist, daß man unabhängig von erreichten Auditingstufen bestimmte unveräußerliche Grundrechte hat: das Recht, sich den falschen Leuten anzuschließen – das Recht, sich selbst zu schädigen – das Recht auf Verantwortungslosigkeit – das Recht, mit der Dummheit oder Inkompetenz anderer übereinzustimmen – das Recht, Lügen für wahr zu halten – das Recht, sich klein machen zu lassen – das Recht, respektvoll zu Unwürdigen aufzublicken , usw.

        Ich glaube, daß wir uns ursprünglich auf die Abwärtsspirale begeben haben, weil wir von diesen Rechten freizügigen Gebrauch gemacht haben. Und ich denke, man kann das wieder tun, auch wenn man es weit die Brücke hinauf gebracht hat.

        Damit will ich die Produkte von Flag (hier: OT VII) nicht aufwerten. Was ich da an „Produkten“ in jüngerer Zeit gesehen habe, fand ich schon bestürzend.

        • SKM schreibt:

          Hallo Han Solo,
          wie schon gesagt, kann mich Deiner Meinung nur anschließen.

          Und darüberhinaus noch, finde ich, dass es eine Schande ist, dass Wesen durch „Gruppenzwang“ derartig von ihrem Naturell abgesondert werden. Die wirklich spirituellen, die sehen, dass sie dem Mammon dienen sollen, werden sich zurückziehen.

          Am nettesten fand ich ihr lächeln, als sie berichtet hat, welch Freude es ihr gemacht hat, als sie den einen PC über seine einbezahlten Stunden hinaus „for free“ auditiert hat.
          Super!
          Ich wünsche ihr gute Eltern und einen guten start.
          Mein Postulat liegt drauf.

          ARC

        • Burkhard schreibt:

          Ja Han Solo, so könnte es sein. Es fällt mir schwer, solche extremen Gegensätzlichkeiten wie das erlernte Wissen der SCN und der Gebrauch dieser unveräußerlichen Grundrechte, wie Du sie aufzählst, unter einen Hut zu bringen. Ich meine, irgendwann und irgendwie muss man sich entscheiden können. Muss es denn wirklich bis zu einem bitteren Ende ausgelebt werden?

          Es wächst kein Pfifferling in der Co$…. 🙂

  9. Josef schreibt:

    Wenigstens habe ich mit meinem „provokativen“ Beitrag geschafft, dass einige der Mylène alles Gute für Ihre Zukunft wünschen.
    Ansonsten bin ich ein wenig verwundert, welche Meinungen man hier so erfahren kann, was nach dem Tod so alles passieren könnte. Teils ganz schön schwarz. Ja, wir wissen nicht, was passieren wird, aber wir wissen doch meist, was passiert war. Alle, die hier schreiben, haben einen Body bekommen!
    Dass eine Person weinig oder keinen Vorteil aus dem Auditing gezogen habe, das kann ich mir nicht recht vorstellen. Vor allem dann nicht, wenn die Person auch noch hoch ausgebildet ist und erfolgreich praktiziert hat. Die EPs sind vielleicht nicht da, aber Bank wurde in jedem Fall reduziert. Warum wohl arbeitet die die CoS und DM so hart daran, das Auditing und das Training einzuschränken und die besten Auditoren zum Teufel zu jagen? Wenn es gar nicht funktioniert?
    Ich bin immer noch der Meinung, dass es besser ist, etwas in der CoS zu machen, als gar nichts. Leider kann es einem dann passieren, dass man dabei ordentliche Schlagseite bekommt. Aber alles, was sie uns tun können, ist uns zu restimmulieren. Mehr geht nicht. Ansonten sind wir unsterblich, was die Sache für die Unterdrücker sehr schwierig macht. Wir kommen immer wieder.
    Ich vertraue darauf, dass Mylène wiederkommt. Der Tapetenwechsel wird ihr gut tun. Ihre Tonstufe wird wieder steigen. Klar war sie down bei ihrem Tod. Sie wird es überwinden. Wir alle werden es überwinden und eines Tages den SPs in den Arsch treten (was nichts anderes heißt, als dass wir diese Burschen auch klären müssen, aber erst ganz am Schluss).

    Ich bitte Euch inständig, positiver zu denken! Denkt mal an die Zeit, wenn wir es geschafft haben. Wie wird das sein? Wie wird die Erde dann wohl aussehen? Wie werden wir dann leben? Wie wird es sein, Mylène zu begegnen oder vielleicht sogar . . . Ron?

  10. Florence schreibt:

    Hello to everybody! It’s only yesterday that I learned the Mylène’s departure!! She was my auditor and sessions were so light with her… Real complicity. I didn’t know at all what happened to her, except that an auditing error had been made. She had questionned its validity and so wasn’t allowed to audit anymore. I wished to have the opportunity to tell her again „Mylène, I love you, you’re a great being and you behave like a true Scientologist. I don’t forget you“.

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