Zuviel Bewegung?

Mark Shreffler, ein amerikanischer Scientologe, hat kürzlich seinen Austritt aus der Scientology-Kirche bekannt gegeben. Ausschlag gebend dafür war, dass er auf seine Fragen zu den Widersprüchen innerhalb der Organisation keine Antworten bekam, nicht einmal in der Ethikabteilung.

Mark hat nur die Kirche verlassen, bleibt aber Scientologe. Wie schon in der Vergangenheit, will er auch in Zukunft aktiv die Philosophie verbreiten.

Auf seinem englischsprachigen Blog http://markshreffler.wordpress.com/ ist ein scientologischer Schulungskurs für Verkäufer zu finden, mit dem Mark sehr erfolgreich ist.

Hier einige deutsche Auszüge:

Bewegung im Leben

Ein junger, neu eingestellter Verkäufer hat seinen ersten Arbeitstag. Er ist fasziniert von den Chancen und Herausforderungen, die vor ihm liegen.

Er trifft ein paar seiner Kollegen, und sie fangen an, ihm Ratschläge zu geben. „Machen Sie unbedingt dies, und keinesfalls das. Und wenn jemals jenes passiert, dann müssen Sie … Aber wenn das alles nicht funktioniert, können Sie immer …“

Jeder dieser Ratschläge ist gut gemeint und wahrscheinlich richtig. Aber für den neuen Verkäufer sind dies alles wichtige Dinge, an die er sich erinnern muss, oder es folgt Bestrafung.

Es gibt nur eine gewisse Menge an Bewegung, die er akzeptieren kann, bevor er beginnt, Bewegung zu stoppen.

Schließlich kommt jemand in sein Büro und er sagt ablehnend: „OK, was gibt es NUN schon wieder?“

Er fragt sich, ob er diesen Job wirklich möchte (das ist ziemlich verbreitet).

Begreifen Sie: die Bereitschaft, ein Spiel zu spielen, kann aufgebraucht werden. Beim Spiel des Trainings muss man das verstehen und eine Person in einer Geschwindigkeit ausbilden, die ihre bestehende Toleranz von Bewegung nicht überfordert. Das ist für jeden Verkaufsmanager von überragender Bedeutung.

Andernfalls kann verbissene Ernsthaftigkeit die Folge sein. Denn wenn man von der Bewegung in einem Gebiet überwältigt ist, verbindet man das mit Bestrafung, und beginnt sich davon zurückzuziehen.

[ … ]

Wenn etwas nicht kontrolliert wird, entsteht zufällige und chaotische Bewegung. Schließlich wird man von dieser Verwirrung überwältigt.

Wenn Sie Ihr Auto nicht kontrollieren, müssen Sie sich mit allen möglichen neuen Bewegungen auseinandersetzen!

Daher kommen Sie mit Ihrer Bereitschaft, die Bewegung von Dingen zu erleben, nur so weit, wie Ihre Fähigkeit diese Bewegungen zu kontrollieren, Sie voran bringt.

Daraus ergeben sich die zwei Ziele des Trainings:

1. Die Bereitschaft der Person zu steigern, die Bewegungen ihres Jobs zu erleben.

2. Die Fähigkeit der Person zu fördern, diese Bewegungen zu kontrollieren.

Mit diesen zwei Faktoren steht und fällt der Erfolg.

Vor vielen Jahren war ich bei einem Kunden in Cincinatti, als seine Tochter hereinstürzte – in Tränen aufgelöst. Sie stieß hervor, dass sie bei ihrer praktischen Fahrprüfung durchgefallen war. Und wenn sie die nächste Prüfung auch nicht bestehen würde, so müsse sie ein Jahr auf ihren Führerschein warten.

Sie war der Liebling ihres Vaters, und ihre Tränen waren eine Bewegung, die er NICHT bereit war, zu erleben!

Er wandte sich mir mit Hilfe suchendem Blick zu, und natürlich half ich gern.

Wir gingen hinaus zum Auto und stiegen ein. Sie wollte sofort das Auto starten. Doch ich sagte: „Einen Moment, Sara. Ich werde Dich zunächst bitten, ein paar andere Dinge zu tun. Danach fahren wir dann los. OK?“

Sie war sehr willig, zu lernen.

Ich sagte: „OK, ich möchte, dass Du Dir dieses Auto anschaust und mir etwas daran nennst, das völlig unwichtig ist.“

Sie schaute sich ein paar Minuten um und sagte dann: „Die Matte auf dem Boden ist unwichtig.“

Ich sagte: „OK, nenne mir etwas anderes an diesem Auto, das unwichtig ist.“

Ein paar weitere Minuten vergingen – eine recht lange Zeit – und sie kam schließlich mit „die Farbe der Sitzpolsterung“.

„Sehr gut“, sagte ich, „nenne mir etwas anderes an diesem Auto, das unwichtig ist.“

Für die nächste halbe Stunde benannte sie Dinge – als Antwort auf meine Frage. Alles an diesem Auto war für sie wichtig gewesen, und die Menge an Bewegung, die das alles darstellte, hatte sie überwältigt.

Während sie nach und nach die Unwichtigkeiten des Autos durchging, stieg ihre Bereitschaft, die übrigen Bewegungen zu erleben.

Zum Schluss ging sie die unwichtigen Einzelheiten des Autos sehr rasch durch, bis sie mit der ganzen Sache leicht und scharfsinnig umgehen konnte.

Ihre verbissene Ernsthaftigkeit über das Auto war verschwunden.

Ich sagte: „Nun fahr los!“ Sie fuhr mit dem Auto herum und hatte die Kontrolle darüber ziemlich gut in der Hand. Ein paar Punkte mussten noch verbessert werden, wie die Benutzung des Blinkers beim Abbiegen, aber sie machte es gut.

Wir fuhren zur Kraftfahrzeugbehörde, und sie fuhr mit demselben Beamten, der sie zuvor geprüft hatte – übrigens begrüßte er sie, indem er mit seinen Augen rollte! Eine halbe Stunde später kamen sie zurück, und er war sehr beeindruckt von ihrer Fähigkeit, Auto zu fahren.

Die Bereitschaft, die Bewegungen dieses Autos zu erleben, und die Fähigkeit, es zu kontrollieren, waren die einzigen Faktoren, die gelöst werden mussten.

Ein anderes Beispiel:

Der Jongleur, der bereit ist, die Bewegung von drei Bällen zu erleben, muss diese Bälle kontrollieren, bis er sie entspannt und kompetent werfen kann.

Dann fügt man den vierten Ball hinzu. Wenn er damit scheitert, geht man zurück zu drei Bällen.

Sobald der Verkäufer bequem vor einem potentiellen Kunden sitzen kann, bringt man ihm bei, etwas zu sagen. Wenn er das entspannt tun kann, geht es weiter mit dem interessanteren Thema, dem Kunden zuzuhören. Dann bestätigt er den Kunden, und so weiter, bis man schließlich einen sehr stabilen, kompetenten Verkäufer hat.

Das Gleichgewicht zwischen der Bereitschaft zu erleben und der Fähigkeit zu kontrollieren wird kontinuierlich gesteigert, bis man die volle Kompetenz in dem Gebiet erreicht.

Es ist sehr einfach. Es muss wirklich nicht sehr lange dauern, da diese Dinge rasch verstanden werden. Aber wenn das nicht der Fall ist, und sie übersehen werden, lösen sich spätere Schwierigkeiten nicht auf. Denn diese frühen Grundlagen liegen an der Wurzel vieler Probleme.

Ein Verkaufsmanager beispielsweise käme nicht auf die Idee, dass der Grund für die schwachen Leistungen seiner Verkäufer darin liegt, dass sie tatsächlich ihre potentiellen Kunden ignorieren. Doch ist dies DER häufigste Grund, den wir finden, wenn wir damit loslegen, eine Verkaufsabteilung auf Vordermann zu bringen.

[ … ]

Der SCHLÜSSEL für einen nicht verbissen ernsthaften, spielerischen und produktiven Arbeitsplatz liegt in einem wirksamen Trainingsprogramm. Es muss die Bereitschaft des Verkäufers, die verschiedenen Teile des Verkaufsprozesses zu erleben und seine Fähigkeit, sie zu kontrollieren, tatsächlich steigern.

Der wirkliche Test eines Trainingsprogramms ist: Wie viel Verbesserung ihrer Produktivität zeigen die Teilnehmer nach dem Training.

Armseliges Training = geringe Produktion = niedrige Moral = verbissene Ernsthaftigkeit.

Wirksames Training = hohe Produktion = gute Moral = spielerische Leichtigkeit.

1. Wenn verbissene Ernsthaftigkeit zur Tür herein kommt, fliegt der Erfolg zum Fenster hinaus.

2. Ihre Bereitschaft, Bewegungen zu erleben, und Ihre Fähigkeit, sie zu kontrollieren, sind die Schlüssel zu geistiger Gesundheit und Erfolg.

3. Trainingsprogramme, die diese Faktoren nicht steigern, sind eine teure Zeitverschwendung.

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Über Felicitas Foster

Independent Scientologist - Cosmopolitan, Blog: Der Treffpunkt
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Eine Antwort zu Zuviel Bewegung?

  1. Rita Wagner schreibt:

    Ein schöner und wichtiger Artikel! Vielen Dank dem fleissigen Übersetzer!
    Richtig angewendet, bewirkt dieses Seminar Wunder!

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