LRHs schlimmster Feind – Teil 2

L. Ron Hubbards schlimmster Feind –
Teil 2

Erschienen am 31.03.2012 auf Marty Rathbuns Blog

Referenzen:

Miscavige: Hubbards schlimmster Feind – Teil 1 [Deutsch]

Ortega Calls Bullshit on Miscavige [Englisch]

Hier ist die versprochene Zusammenfassung von Tony Ortega’s Bericht [Englisch] über den diesjährigen Geburtstagsevent von L. Ron Hubbard aus Clearwater, Florida.

Dies ist so ungefähr der dreißigste Jahrestag meiner Einführung in den merkwürdigen Fall des Gerry Armstrong.  Armstrong war LRHs Archivar, der die Kirche in 1981 verlassen hat. In jenem Jahr war eine enorme Menge an Aufmerksamkeit darauf verwendet worden, wie die Kirche LRH der Öffentlichkeit gegenüber unterstützt. Das kam daher, weil die Kirche folgendes konfrontierte a) die zehn höchsten Amtsträger des Guardian Office (einschließlich Hubbards Ehefrau Mary Sue) sahen sich einer längeren Haftstrafe gegenüber, während b) eine Unmenge an Klagen eingereicht worden waren, die sowohl die Kirche, als auch L. Ron Hubbard als Beklagten benannten, und c) der hauptsächliche Gegenstand einer jeden Klage war Betrug, genauer gesagt die Behauptung, dass die Kirche sie aufgrund der falschen Behauptungen, in L. Ron Hubbards Supermann-Biographie, in Scientology lockte. Im Wesentlichen war die Behauptung, dass wenn L. Ron Hubbard kein Ingenieur, Nuklearphysiker, verwundeter und verkrüppelter Kriegsheld war, der eine Wunderheilung durch seine eigene Erfindung „Dianetik“  herbeiführte und dass er seitdem nicht das Beispiel einer perfekten Tugendhaftigkeit war, dann wurden sie beschwindelt, um Geld zu spenden und Scientology Jahre zu widmen.

Nun, dies ist eine sehr knappe Zusammenfassung von einer Geschichte, die mir für viele Jahre seit dem Eintreten der Umstände nicht klar war – ungeachtet meiner persönlichen Beteiligung bei Einigem davon, nicht einmal völlig klar bis vor Kurzem. Die gesamte Geschichte kommt bald genug.

Armstrong machte L. Ron Hubbards Boten (Messengers) darauf aufmerksam, dass etwas getan werden müsse in Bezug auf die Darstellungen, die die Kirche machen würde. Er begründete seine Sorge auf der unermüdlichen Arbeit, um David Miscaviges „Special Project“  mit Material zu versorgen (für das ich damals der Mann für die Ablage war), um die Behauptungen über Hubbard als wahr zu beweisen und dann in vielerlei Hinsicht mit leeren Händen da zu stehen. David Miscaviges Handhabung für Armstrongs Origination war ihm Norman F. Starky in die internationale Commodore Messengers Org hinunter zu schicken, um Armstrong ein Severe Reality Adjustment (SRA – lautes, verbales Tyrannisieren) dafür zu geben, dass er „entfremdet“ sei. Armstrong blowte dann mit ein paar Kisten aus LRHs Archiv, mit denen er sich verteidigen wollte. Als Antwort darauf wurde er von Miscaviges Privatdetektiven für mehrere Monate ständig belästigt. Armstrong reagierte, indem er den Rest seines Lebens darauf verwendete zu beweisen, dass L. Ron Hubbard ein Betrug ist.

Wie es Miscaviges Gewohnheit war, machte er damit weiter Armstrong als Inkarnation des Teufels zu verfolgen, während er zur gleichen Zeit Armstrongs Ratschlag annahm, nur um die Quelle zu ignorieren und es als es seine eigene zu kommunizieren. Keine Darstellung über LRH wurde mehr ohne meine Autorisation herausgegeben – was durch einen umfangreichen Tatsachen-Check abgesichert war.

Wir verklagten Armstrong für den Diebstahl der Archiv-Dokumente. Der Prozess war Anfang 1984. Wir hatte zwei sehr kompetente Prozessanwälte, die einen Job ähnlich einem Schreibstubenunteroffizier machten, indem sie den Fall des Klägers für mehrere Wochen verzögerten.  Zu dem Zeitpunkt, als der Fall des Klägers ruhte, hatte ich die wenig beneidenswerte Aufgabe Miscavige darüber zu informieren, dass die Anwälte wollten, dass die Obrigkeit in Vergleichsverhandlungen eintrat, bevor der Fall von der Verteidigung präsentiert wurde. Die Anwälte zeigten auf, dass während wir Armstrongs Glaubwürdigkeit beträchtlichen Schaden zufügen könnten, wir aber im Endeffekt keine Antworten für eine wesentlich wichtigere und relevantere Angelegenheit hätten – d.h. die Wahrheit oder Unrichtigkeit der Darstellungen durch Hubbard und die Kirche über das Leben von L. Ron Hubbard. Was noch wichtiger ist, sie erläuterten, dass anhand der Menge der Kommentare des Richters  (dies war ein Prozess ohne Geschworene) es klar war, dass der Richter sich auf den Mangel an Beweisen konzentrierte. Die Anwälte berichteten, dass Armstrongs Anwalt ansprechbar für einen Vergleich sei – und dass dieses ein kurzes Zeitfenster war, um das Image von Hubbard und der Kirche zu schützen; dass wenn Armstrongs Seite erst einmal am Pult stand, uns für Wochen und Wochen eine Inquisition in mittelalterlichem Stil über L. Ron Hubbard bevorstehe (alles durch die Medien beschrieben).

Miscavige, in seinem unnachahmlichen Stil, nannte die Anwälte „Weicheier“ (sein Wort) und schlimmer und drohte sie zu feuern, wenn sie noch einmal nur daran dachten „Vergleich“ in Betracht zu ziehen, geschweige denn es äußerten.

Die Anwälte – und ihre Reserve-Mitarbeiter – taten alles in ihrer Macht stehende, um die zugelassenen Beweismittel im Auge zu behalten, außer sich über die Anordnungen des Gerichts hinweg zu setzen und dafür aus dem Gericht hinausgeschleppt zu werden. Sie machten auch eine bewundernswerte Arbeit bei dem Versuch die Zeugen und die Beweise, die diese einbrachten, zu diskreditieren.

Am Ende aber erwies sich ihre Prognose noch als recht konservativ. Der Richter erließ ein Urteil über Hubbard, der natürlich nicht anwesend war, indem er es als Tatsache befand, dass er [Hubbard] ein „pathologischer Lügner“ und „Paranoider“ und „Schizophrener“ sei. L. Ron Hubbards Lebensgeschichte wurde nicht nur durch die weltweiten Medien vernichtet, sondern es wurde auch über dreißig Jahre fortgesetzt, mit nur wenigen lahmen Dementis, da Gerry Armstrong diesbezüglich die ganze Zeit recht hatte: die Kirche hatte wenig bis gar nichts der Dokumentation der Behauptungen entgegenzusetzen, die von der Kirche so lauthals über L. Ron Hubbards Leben herausposaunt worden waren. Tatsache bleibt, die Unfähigkeit der Kirche viele der Behauptungen zu dokumentieren war eine derart gegebene Tatsache, dass eine Art Ungläubigkeit erzeugt wurde, wie es in Tony Ortegas jüngstem Artikel ausgedrückt wurde. Er kann es nicht verstehen, dass die Kirche sich nicht ausschließlich um die Behauptungen kümmert, sondern dreißig Jahre später diese noch mehr übertreibt.

Einiger der Darstellungen, die im 13. März-Event diesen Jahres enthalten waren – wie das angebliche U-Boot-Jagd-Geschehnis in Oregon wurde „angesehen als unter den regional berühmtesten Begebenheiten des Krieges“ – sind so leicht anzweifelbar, dass diejenigen, die Bescheid wissen sich wundern: versuchen die Leute, die diese Darstellungen machen, L. Ron Hubbard zu Fall zu bringen?

Es wird schlimmer. Der „L. Ron Hubbard-Biograph“ versucht LRH als Weltretter vor den „bösen“ Wissenschaftlern zu positionieren, neigt zur Hochspielerei. Ein Fünf-Minuten-Forschungsprojekt bei Google (für die kulturell oder geschichtlich ungebildeten, die es noch nicht wissen) würde zeigen, dass jene „bösen“ Wissenschaftler, die sich angeblich verschwören die Erde zu zerstören in genau der entgegengesetzten Aktivität engagiert waren – sie waren die ursprüngliche Bewegung, die verlangte, dass aufgrund der zerstörerischen Kraft von dem, was sie endeckten, „ Gewissen“ in die Wissenschaft mit integriert werden sollte.

Richard Nixon mit Robert Oppenheimer und Albert Einstein zu positionieren, ist ungefähr so glaubwürdig wie der Versuch Adolph Hitler mit führenden Mitgliedern der deutschen Anti-Nazi-Untergrundbewegung zu positionieren.

Es ist pure Geisteskrankheit, was von den Lippen von Dan Sherman und David Miscavige kommt. Es ist Verrücktheit. Ich würde es als solches abschreiben, wenn mir nicht der Tatsache bewusst wäre, dass David Miscavige äußerst gewahr ist, wer dafür den letztendlichen Stoß übernimmt.

Was ein größerer Hohn ist, ist im Großen und Ganzen die Technik von Sherman und Miscavige. Sie versuchen L. Ron Hubbard wörtlich auszulegen. Wie ein intelligenter Student der Scientology weiß, einer der Vorzüge von Hubbard ist seine Fähigkeit Geschichten zu erzählen. Er kann für eine Stunde einen Vortrag halten, über das Thema eines einfachen Prinzips; und er kann eine Anzahl an farbenfrohen Geschichten und Anekdoten erzählen, um das Auditorium dazu zu bewegen es sich von etlichen verschiedenen Standpunkten anzusehen bis zu dem Punkt, an dem sie das Prinzip konzeptionell verstanden haben. Natürlich wissen wir auch, dass Hubbard das buchstäblich Tausend mal gemacht hat und es alles für die Nachwelt aufgenommen wurde. So kommen nun Sherman und Miscavige daher – nehmen eine Anekdote heraus, allein, beraubt eines jeglichen Zusammenhangs für welches Prinzip dieses gebraucht wurde, um es zu illustrieren, und erzählen es der Öffentlichkeit.

a) Jedes Wort ist in wörtlichem Sinne wahr.

b) dass „a)“ von höchster Wichtigkeit ist, oder warum sollten sie es sonst mit solch einer protzigen Implant-Audio/Visual-Technologie herüberbringen; und daher

c) ) L. Ron Hubbard sollte wie ein Gott angesehen und behandelt werden und nicht als der außerhalb der Normen denkende und lebende Mann, der er war; und daher

d) In Scientology geht es tatsächlich um Glaube, nicht um Beobachtung und Durchführbarkeit; und daher

e) David Miscavige muss als der Pabst betrachtet werden, Unfehlbarkeit und so.

Während dieser Wahnsinn klar beabsichtigt die Pilzbehandlung (im Dunklen gehalten zu werden und  Dünger gefüttert zu bekommen) der Besucherschaften der gefangenen Kult-Mitglieder zu übertreffen – ist David Miscavige sich sehr wohl bewusst, was der Langzeit-Effekt sein wird, noch mehr Jahre des öffentlichen „Durch den Schmutz“-Ziehens von L. Ron Hubbard, wie vorgeblich falsche Behauptungen über seine Geschichte, Qualifikationen und Kompetenz zu machen.

Ich frage immer wieder, und ich meine es, wenn ich es mache, wie kann es noch schwärzer als dieses werden?

Marty Rathbun

Original-Artikel

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Über Felicitas Foster

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16 Antworten zu LRHs schlimmster Feind – Teil 2

  1. hubert scheer schreibt:

    …nunja, da gibt es wohl nichts mehr dazu zu sagen…, außer: Danke für die Übersetzung!

  2. Rita Wagner schreibt:

    Ja, Hubert, ich war auch erst einmal sprachlos …
    Vielen Dank an Feli für die Übersetzung 🙂 🙂

  3. MOB schreibt:

    Mein Gott, es wäre so einfach den ganzen Lärm um Hubbards Vergangenheit loszuwerden.
    Die Kirche sollte einfach die Wahrheit auf den Tisch packen—ALLES—–und zu Gerry sagen
    „Du hast recht Gerry“. Volle Verantwortung! Das wäre das Ende aller Diskussionen.
    😛

  4. davide schreibt:

    Früher habe ich mich auf die Prüfung so vorbereitet, dass ich den gesammten Stoff so reduzierte, dass ich das Unwichtige, das Unwahre und das Nebensächliche einfach durchstrich. Das was übrigblieb studierte ich gründlich und erziehlte damit sehr gute Ergebnisse.

    Ich habe den Event gesehen und genau das obige Verfahren angewendet.
    Es blieb praktisch nichts übrig was erwähnenswert gewesen wäre!!

    Das Einzige was mich bewegt hatte, war der erbärmliche Zustand von Lesevre (er zeichnete die Geburtstagsgewinner aus).

    MOB Du hast recht!
    Sagt uns entlich die Wahrheit oder schweigt, habe es satt so viel Mist zu lesen und zu hören.

  5. George schreibt:

    Das Einzige was meines Wissens nach L. Ron Hubbard über sich selbst in Bezug auf Scientology gesagt hat ist, dass er „Source“ von Scientology ist. Also er hat sozusagen das Copyright im entfertesten Sinne drauf. Mehr ist da nicht. Ein „identifyer“. Um es besser von anderen Dingen unterscheiden zu können. Damit ist nun nicht gemeint, dass Ron der Ursprung von Wahrheit ist. Wahrheit hat keinen Ursprung. Seine Leistung in Bezug auf Wahrheit ist diese in einer Sprache und in einem Kontext zu kommunizieren der von unserer modernen Gesellschaft verstanden werden kann. Ebenso war eine grosse Leistung von ihm die Techniken so auszuformulieren dass diese von Menschen in dieser Zeit auch ausgeführt werden können. Denn wer hätte schon Zeit und Geld 30 Jahre oder mehr in einer Höhle zu meditieren um Clear zu erreichen? Ebenso muss man auch bei manchem was er gesagt hat differenzieren. Hätte Ron in den 50igern gesagt Einstein liegt falsch oder in den 60igern Kommunismus hat auch sein Gutes so wäre das damals schon echt hart für ihn geworden. Und man darf auch nicht ausser Acht lassen, wie wichtig es für manche konservative Amis es ist ein Kriegsveteran gewesen zu sein. Auch wenn die Amis in gewisser Weise so ausschauen wie Europäer ist das dort eine ganz andere Kultur. Ich kenne nur die Südstaaten. Aber das was man sich unter dem tiefsten katholischen Bayern vorstellt ist kein Verlgeich zu den Südstaaten. Im Film „Signs“ mit Mel Gibson kommt die Südstaaten Einstellung gut rüber.

  6. Davide schreibt:

    Eines möchte ich noch zum Event ergänzen. Die Tr´s von DM haben merklich abgenommen. Er war praktisch zu keiner Zeit wirklich da.
    Um nochmals auf Lesevre zurückzukommen. Welche Höllenqualen hat dieser Mann wohl durchgestanden; Da ist der Trailer von Al Capone eher harmlos, gemessen an den geistigen Folterungen die Lesevre mit Sicherheit durchlebt hat. Es würde mich nicht wundern wenn er nicht schon bereits an Krebs erkrankt ist.

    • Rita Wagner schreibt:

      Davide,
      DM hatte nie TR’s, denn wäre ER wirklich in PT hätten wir diese Situation nicht…
      Bezüglich Lesevre – ja, es ist schmerzhaft, nur das Bild anzuschauen, da hast Du durchaus Recht!! Die einzige Möglichkeit, die ich für uns hier, weit ab von der Szene sehe ist: produzieren – soviel Theta produzieren, wie nur irgend möglich! Also auditieren und Auditoren ausbilden!! und nicht damit übereinstimmen, was das Label „Irrsinn“ trägt, wie z. B. Disconnection oder „Basics studieren müssen“ oder zum zigsten Mal CCRD oder die Objektives machen! Unser Ziel war FREIHEIT!!! Lasst uns dieses Ziel wiederfinden, darauf hin arbeiten und erreichen!!!

      • hubert scheer schreibt:

        hallo rita,
        toll, aber auch gleich eine frage: kannst du mir auditoren in österreich nennen oder auch ausbildungsstätten in österreich ?
        ich kenne einige die in der cob org oder auch im feld mit lizenz tätig sind..aber sonst ???

        wäre schön wenn du mir da helfen könntest oder sollte jemand anderer sich angesprochen fühlen…ich freue mich.

        gruß
        hubert

        • Rita Wagner schreibt:

          Hallo Hubert,
          für Österreich kann ich Dir leider (noch) niemanden nennen – doch super für Deinen Aufruf!!
          Gruß
          Rita

      • davide schreibt:

        Da hast Du volkommen Recht. Habe vorher einfach nicht hingeschaut oder habe meine Wahrnehmungen abgewertet.
        Habe in den letzten Tagen festgestellt wie schön Freiheit ist. Ich kann sie aber nur aufrecht erhalten wenn ich anderen helfe……

    • Han Solo schreibt:

      Sehe ich 100 % genau so !

  7. Schnoesel schreibt:

    Hir gehts ja immer noch rund.*ggg

    • Felicitas Foster schreibt:

      Hi Schnoesel,
      hatte gerade heute darüber nachgedacht, was wohl aus dir geworden ist, da wir so lange hier nichts mehr von dir gehört hatten. Welcome back!
      LG, Feli

    • Han Solo schreibt:

      Yo Schnoesel,

      Unkraut vergeht nicht. Das weisst Du doch 🙂

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