LRHs schlimmster Feind – Teil 1

Miscavige: Hubbards schlimmster Feind – Teil 1

Erschienen am 30.03.2012 auf Marty Rathbuns Blog

Nachdem ich achtzehn Monate ununterbrochen auf verschiedenen Missionen unterwegs gewesen war, kam ich Ende 2003 zurück zum Hauptquartier der internationalen Scientology GmbH in der Nähe von Hemet, Kalifornien.Dieses Erlebnis habe ich früher als die Rückkehr zu der Kulisse von „Apocalypse Now“ beschrieben. David Miscavige war auf dem besten Weg zum kompletten Wahnsinn. Er hatte bereits alle Manager der Internationalen Scientology in Marathon-Sitzungen von Gruppen-Beichten verwickelt Er traktierte Leute bereits täglich physisch und hatte zu diesem Zeitpunkt mindestens ein Dutzend Leute aus dem niedrigeren Management veranlasst das Gleiche mit ihren Mitarbeitern zu tun.

Miscavige würde in mehrere Stunden lange, weitschweifende Tiraden verfallen (ähnlich wie Al Capone, als er Colonel Kurtz traf), wobei das gesamte internationale Management wachsam rund um einen Tisch sitzen  und ihm zuhören musste.

Neu-Inszenierung der Ankunft – in der Hauptrolle Dennis Hopper als Dan Sherman

Versteht mich nicht falsch, häufig würden Miscaviges Monologe wichtige, hochtrabende Themen wie „Enthusiasmus“ und „Teamwork“ behandeln.

Irgendwie mag ich dies.

Ende 2003 aber begann ein Samen, der Jahre zuvor gesät worden war, in meinem Verstand Wurzeln zu schlagen. Das waren verbotene Gedanken, die mehr aus der Unterdrückung hervorkamen, je größer Miscaviges gewalttätige  und irrsinnige Unterdrückung wurde. Das war, nachdem Miscavige förmlich jede Führungsperson der Basis beschuldigt hatte, schwarze Propaganda über L. Ron Hubbard zu verbreiten (etwas zu sagen oder zu tun, dass die Idee vermittelte, dass irgendetwas mit dem Mann nicht richtig war), nachdem viele Dutzend Mitarbeiter in Gulags abgeladen worden waren, weil sie angeblich dieses Verbrechen begangen hatten, nachdem ich Dutzende von „Konferenzen“ ertragen hatte, die mehrere Stunden andauerten – durchsetzt mit plötzlicher, unerwarteter Gewalt – in denen Miscavige über das Thema schwafelte, begann sich die Wahrheit herauszukristallisieren.

Die Wahrheit wurde noch klarer als ich sah, wessen sich Miscavige bediente, während seiner gelegentlichen, flüchtigen Momente der Angst darüber, dass er seine Schreckensherrschaft über die Gruppe der internationalen Manager verlieren könne, was seiner kranken Fantasie unterlag. Als ich diesen Anflug von Angst einen Augenblick lang in seinen Augen sah, verlegte er sich auf Worte, die etwa folgendes besagten:

„Ja, ihr sitzt hier in eurer dreckigen, Motivator-verseuchten Schwärze und denkt ‚LRH war nicht so‘. Ich habe Neuigkeiten für euch. Ich bin milde im Vergleich zu L. Ron Hubbard. Und wenn ihr eine schwelende, kleine böse Absicht habt, nach dem Motto ‚Ich muss mir diesen Mist von COB nicht gefallen lassen‘, denkt noch einmal nach. Denkt daran, was wird LRH machen, wenn er herausfindet, wie ihr COB verarscht habt? Weil L. Ron Hubbard früher zurückkommt als ihr vielleicht denkt. Ich garantiere euch eine Sache, LRH wird nicht annähernd so verständnisvoll und gnädig sein, wie ich es bin.“

In diesem Augenblick wurde die Wahrheit kristallklar: der Typ, der die Leben und den Ruf von Hunderten zerstört hatte, indem er sie mit dem angeblichen Verbrechen „über LRH schwarze Propaganda zu verbreiten“ hängte, war in der wirksamsten schwarzen Propaganda-Kampagne gegen LRH involviert, die man sich vorstellen kann.

Marty Rathbun

Original-Artikel

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Über Felicitas Foster

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8 Antworten zu LRHs schlimmster Feind – Teil 1

  1. Burkhard schreibt:

    … frei nach Shakespeare: Der Overt spricht aus der Anklage.
    Nichts Besonderes, ist auch Geflogenheit in unserer deutschen, weisungsgebundenen
    Justiz. Ich bin selber mal ein Opfer solcher „Rechtsprechung“ geworden.
    Der Scientologe, der mich damals da reingeritten hat, hatte sich rechtzeitig in Kopenhagen
    verkrochen.
    Ich kann über soviel Geisteskrankheit nur noch den Kopf schütteln.

  2. Burkhard schreibt:

    … mir will es ganz und gar nicht gefallen, wie Marty seine Berichte mit Filmausschnitten würzt,
    so ganz und gar nicht! Das sind propagandistische Methoden, die emotionelle Aufruhr verursachen. Wer will bei solchen Szenen noch nüchtern bleiben? Diese Art der Methoden bewahrheiten keine „Fakten“. Ich hätte es gerne etwas klarer und sachlicher und nicht „Al Capone und Apokalypse Now Argumente“ unterhalb der Gürtellinie.
    Marty kann wohl doch nicht so ganz aus seiner Haut raus, oder? Indem man die Verbrechen eines Anderen sehr hoch hängt und noch höher, wird der eigene Dreck am Stecken nicht geruchloser! Es ist schon schlimm genug für ein Wesen welches erkennt, dass es an Verbrechen mitgewirkt hat und es kann auch für ein Wesen sehr schmerzhaft sein, wenn es nach Wiedergutmachung strebt. Aber der Prozess dazu ist nicht diese Methoden.

    • Worsel schreibt:

      Das Schreiben von Artikeln, wie auch das Zitieren gehört in den Bereich von Kunst. (Du selbst zitierst ja auch Shakepeare.) Bei mir haben diese Filmausschnitte übrigens keinen emotionalen Aufruhr verursacht.

    • Rita Wagner schreibt:

      Burkhard,
      es mag etwas hart sein, das anzuschauen, doch er ’sprach lediglich in Bildern‘ um denen, die es nicht glauben können oder wollen einen Eindruck davon zu geben, wie es auf ihn wirkte – und ich kann ihn verstehen! Er kommuniziert damit durchaus seine eigenen Overts, nämlich die der Zurückhaltung dessen, was er hätte tun müssen und nicht getan hat und dafür sollte man ihn bestätigen, wie in Session, der Auditor den PC!!
      Er gibt uns einen Einblick in den Alptraum, den er gelebt hat!
      Er nimmt dafür eindrucksvolle Szenen, die bereits einmal jemand abgedreht hat – ich finde es eine sehr interessante Art der Kommunikation!
      Klar ist es überzeichnet, doch da ist jemand, der behauptet – so wirkte damals die Szene auf mich… – schaut es euch an – ups, es ist heftig!!
      Die Filme haben wir doch schon gesehen und die können doch auch nur entstehen, eben weil es Szenen dieser Art bereits irgendwann einmal gegeben hat und noch unverarbeitet „herumliegen“!
      Wir sind mitten in Session!! Lasst es uns konfrontieren !!

  3. Rita Wagner schreibt:

    Toll, dass der Artikel übersetzt ist!! ich las ihn erst heute im Zuge des neuen zweiten Teils und fand ihn einfach fesselnd!!
    Jede Aktion, die David Miscavige „im Namen der ScientologyKirche“ unternimmt, ist im Grunde deren sicherer Untergang und dies seit spätestens 1982 – unglaublich!!

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