Ein paar Gedanken zu Independent

Ich sehe in „independent sein“ mehr als den Status eines ausgetretenen Mitgliedes aus der Church und damit verbundenen Alternativen usw.

Ich habe mich bisher nicht von der Church getrennt, weder direkt noch indirekt.

Ich halte meine Kommunikationskanäle zu den Staffs in der Church offen.
Sie wissen, dass ich einen Fuß outside der Church habe und den „Unsinn“ im Internet lese.
Sie wissen, dass ich ihre Jubelevents verabscheue und keine Übereinstimmung für ihre „Ideale Org“ habe.
Und sie wissen, dass ich ihnen nicht „ans Bein pinkeln“ will.

Warum tue ich das?

Nun, die Antwort mag in der Frage liegen: Woher sollen die Staffs sonst in Erfahrung bringen, was im Management tatsächlich passiert, warum viele gute Terminals die Church verlassen, warum die Church draußen im Feld nicht nur einen sehr schlechten Ruf hat, sondern schon ins Lächerliche gezogen wird, häufig als Verbrecherorganisation pauschal verurteilt wird, Out-Tech, Off-Policy usw, usw.

Einige von Euch wissen, dass man als Fulltimestaff nach einiger Zeit einen „begrenzten Erlebnishorizont“ entwickeln kann. Anders ausgedrückt: Das ARK zur „Außenwelt“ verliert an Qualität! Staffs „vergessen“, wie man draußen seine Brötchen verdienen muss oder wie bekomme ich in der Org den Service, den ich haben will oder ich will jetzt Auditor werden statt Donations zu leisten. Als PC bin ich nicht Patient. Ich selbst trage für eine gute Sitzung auch Verantwortung.
Mit Nachdruck diese Forderungen an eine Org gestellt – gut ausgebildete Auditoren und zufriedene PCs –  gebe ich den Staffs die Chance wieder Ursache in ihrer Umgebung zu werden und die Chance wieder wertvolle Produkte zu liefern!!!!
(Was spielt es da noch eine Rolle, wenn ein SP seinen ausstehenden psychotischen Zusammenbruch hierüber erleidet.)

Ich möchte mal behaupten, dass jeder, der ausgebildet hat und auditiert hat, eine ungeheure Steigerung seiner Integrität verspürte und daraus mit Gewissheit handelte. Den Staffs würde es genauso gehen. Sie haben dringend Hilfe nötig, denn ihre Integrität, all ihre Hingabe und ihre
guten Absichten wurden mit Füßen getreten, pervertiert und in falsche Bahnen gelenkt.

Staffs brauchen die Kommunikation aus dem Feld. Wer sagt ihnen denn sonst noch, was wirklich gebraucht und gewünscht wird? Etwa die Medien, der Ortsvorsteher oder der selbsternannte Sektenexperte? Die Einzigen, die das richtige tun können, sind wir Scientologen. Wir sind draußen im Feld und wir wollen die Brücke rauf und sonst nix.
Staffs stehen „under radar“. Es gilt zu bedenken: Wenn sie nicht mit mir reden dürfen, weil ich die Church verlassen habe und nun ein Independent bin, wie ungleich schwieriger wird die Kommunikation. Ohne es zu wollen unterstütze ich die Sicht Der Zwei Lager, Die Geschichte ist voll von missratener Dualität. Ich habe das gleiche Ziel wie die heutigen Staffs, das ist DAS ARK, das
es zu pflegen gilt!!

Ich brauche keinen „Dear Leader“, der mir einen Teil meiner Verantwortung für die 3. und/oder 4. Dynamik abnimmt. Es sei denn, wir arbeiten auf gleicher Basis wie KSW, sind auf gleicher
Augenhöhe. So mag er der erste unter den Gleichen sein, mehr auch nicht. Selbsternannte Autorität und den daraus resultierenden Führungsanspruch lehne ich ab.

Ist es nicht so, dass, wenn ich in einem Gebiet Ordnung schaffen will, ich mich in dieses Gebiet hineinbewegen muss, statt mich davon entfernt zu halten?

Insofern stellt sich für mich gar nicht erst die Frage: Auf welcher Seite stehe ich?

Für so manchen Leser mag es nach einem unmöglichen Spagat aussehen, aber es ist nichts anderes als 2Way-Komm, denn ich verlange zwei wertvolle Produkte. Um diese zu bekommen und eine Org sie liefern zu lassen … darüber muss ich nicht erst noch Übereinstimmung etablieren. Sie ist bereits vorhanden.

In alle den oben erwähnten Gedanken sehe ich meine Basis als Independent.

Burkhard

Nur mal so zum Spaß:
Stellt Euch vor, das gesamte Feld steht jedes WE demonstrierend vor der Org und verlangt lautstark sofortige Standard-Tech Lieferung. Welche Erkenntnis würde sich erst still und leise, dann aber immer deutlicher werdend heraus kristallisieren?
Die Antwort: Lasst uns liefern. Die stehen da draußen und wollen Service. Geben wir den Staffs ihr Selbstwertgefühl zurück. Sie haben es verdient.
Na …, kribbelt`s da nicht im Bauch …? 🙂

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Über Felicitas Foster

Independent Scientologist - Cosmopolitan, Blog: Der Treffpunkt
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18 Antworten zu Ein paar Gedanken zu Independent

  1. Worsel schreibt:

    Ich denke auch, daß die Sichtweise der zwei Lager fehlerhaft und unzweckmäßig ist. Die meisten der Independents sind zu einem früheren Zeitpunkt Mitglieder der Kirche gewesen. Das bedeutet, daß Einzelne zu Sichtweisen gefunden haben, die sich über das Gruppendenken erheben. Das macht nicht nur Mut, es ist meines Erachtens auch der einzig sinnvolle Weg.
    Ich möchte hier ein Zitat von Howard Zinn einbringen, dessen Arbeit und Leben mich sehr beeindruckt hat. Ich finde, es trifft auf unsere Gruppe zu:
    „Demokratie geht immer vom Volke aus, Niemals von der Regierung.“

  2. Rita Wagner schreibt:

    Burkhard – vielen Dank für diesen Artikel – diese Vorgehensweise würde in der Tat sogar die berühmte „Tür zur Handhabung“ öffnen! Denn, dass die Tech funktioniert wissen wir ja!! Klasse!!

  3. Burkhard schreibt:

    🙂 🙂 🙂 danke für Eure Zustimmung

    …. wir müssen nicht unbedingt vor den Haustüren unserer Orgs „Demos“ machen.
    Jede Org hat ein E-mail Postfach. Jeder kann in seinem Mail exakt beschreiben, unter welchen
    Bedingungen (Standard-Tech, akzeptabler Preis) er seinen Service erhalten will.
    Ich würde z.B. nur genehmigte Checksheets von unserem alten Herrn akzeptieren.
    In der Independentscene gibt es genug hochtrainierte Leute, mit deren Hilfe wir Standard-Tech
    wieder etablieren können. Letzten Endes ist dieser notwendige Schritt für uns alle eine
    „Überlebensfrage“.
    Vor einer Woche habe ich in der Org Stgt nachgefragt, wie viele Auditoren und zufriedene PCs
    denn pro Monat produziert werden. Bis heute gabs keine Antwort. Ich werde meine Fragen so oft wie nötig wiederholen. Mittwochs sende ich meine Fragen ab, Donnerstag ist Stat-Tag!
    Allerdings denke ich, daß solche Aktion mehr Wirkung zeigt, wenn ich es nicht alleine tue.

    Noch ebbes:
    Ich besitze einen Druck der Gradkarte aus dem Jahre 1976 und bin dabei diese
    zu digitalisieren. Ich baue sie komplett neu auf, statt einzuscannen. Ich werde nicht jeden Tag daran arbeiten. In ein paar Wochen bin ich bestimmt fertig…. ;). Ich stelle sie dann im PDF Format zur Verfügung. Ein Vergleich der alten mit der neuen Gradkarte ist dann für jeden möglich.
    Ich garantiere ein „Satori“….. :).
    Wer mich direkt kontaktieren möchte: burkhard-ohligs@t-online.de
    Ich hoffe, daß ich damit nicht gegen die Netiquette dieses Blogs verstosse.

    Burkhard

  4. Rita Wagner schreibt:

    …ebbes iss immer mehr als nix 😉
    Doch das mit der Gradkarte aus 1976 ist nicht ‚ebbes‘ sondern der Hammer 🙂
    Hast Du noch mehr dieser Schätze auf Lager?
    Dein Vorschlag trifft übrigens absolut ins Schwarze, denn ich erinnere mich an eine Referenz, in der LRH beschreibt, dass man das Ziel im Auge behalten sollte – und soweit ich mich erinnere, war das Ziel von Dianetik und Scientology – Auditing und Training zum Auditor!!! 🙂 🙂 🙂

  5. MOB schreibt:

    Ich schätze es wird nicht lange dauern bis eine Ethik Order über dich am PNB hängt.

    • Rita Wagner schreibt:

      Macht doch nix – muß er seine ‚Non-ex‘ nicht selbst schreiben!
      Und es sagt noch mehr aus über die, die diese aushängen!! Vielleicht schafft es dadurch ja tatsächlich mal jemand, KSW 1 noch einmal genauer anzuschauen!!

    • Wölfchen schreibt:

      Und wenn da jemand ehrlich ist müßte er an den Aushang schreiben. „Burkhard hat darauf bestanden, daß Scientology angewendet wird und daß kriminelle Umtriebe eingestellt werden.“ Was für ein Verbrechen!!!!!

      • Han Solo schreibt:

        Ehrliche Ethik-Orders ? Das ist lange lange vorbei.

        Habe die letzten 2 Jahrzehnte immer wieder „Ethick-Orders“ gesehen, die massig und offensichtlich Wahrheitsverdrehungen oder sogar dreiste Propagandalügen gegen den neu erzeugten „Feind“ enthielten.

        Meines Erachtens schien der Zweck zu sein, den Betreffenden so negativ darzustellen, dass Kirchen-Mitglieder seinen Aussagen keinen Glauben schenken.

        • Wölfchen schreibt:

          Ich sagte ja auch „müßte“. Der Konjunktiv war wohlgewählt.
          Wenn man den Lesern bekannt ist, kann das Darstellen von Unwahrheiten oder das verallgemeinernde Darstellen und Auslassen von (unbequemen) Tatsachen auch nach hinten losgehen. Bei einigen hat man sich auch gar nicht erst getraut, sie auszuhängen. Mir sind auch einige Beispiele bekannt, wo ausgehängte Ethik-Orders ganz schnell wieder abgehängt wurden.

        • Han Solo schreibt:

          Wölfchen,
          um Missverständnisse auszuschliessen: ich wollte Dir keinesfalls widersprechen. Es war mehr eine Ergänzung – und Deine Erfahrungen scheinen ähnlich zu sein wie meine, was die Dissidenten-Hatz im Namen von Ethik betrifft.

          Meines Erachtens ist die unwahre Propaganda („Ethik“-Orders und anderswo) übrigens ein Kernproblem der Kirche. Intelligente Leute sehen, dass da was faul ist. Wer sich selbst blind stellt (weil er so gern Mitglied einer ethischen Gruppe wäre), wird blind. So oder so ist das konfliktträchtig und führt nicht zu Wahrheit, Freiheit und Integrität.

        • wölfchen schreibt:

          Sehe ich auch so.

    • Burkhard schreibt:

      Hi MOB
      🙂 na und wenn, inkompetente Order zu ignorieren ist mein Hobby 😉

      • Rita Wagner schreibt:

        Hey Burkhard, ich habe angefangen wieder Buch 1 zu auditieren!! Ein tolles Gefühl, kann ich da nur sagen!! 🙂

        • Burkhard schreibt:

          …. gelle, da geht einem das Herz auf :). Finde ich toll, daß Du wieder damit angefangen hast.
          Mich hat das Buch 1 Auditing auch sehr fasziniert. Ich will in den kommenden „dunklen Monaten“
          Buch 1, Wissenschaft des Überlebens und die dazu gehörenden Vorträge nochmals studieren.
          Viel Erfahrung als Auditor hatte ich mir damals noch aneignen können – ich will mein Wissen auffrischen und es nochmal angehen. Vielleicht werde ich doch noch ein brauchbarer Auditor :).
          Grüße Burkhard 🙂

        • Burkhard schreibt:

          ….muß heißen: Viel Erfahrung als Auditor hatte ich mir damals noch NICHT aneignen können.

        • Rita Wagner schreibt:

          🙂
          Ja, richtig gut – solltest Du Fragen haben oder Dir gar ein PC übern Weg laufen … melde Dich!! Auditieren ist modern 😉 weil ‚mega-cool‘ 🙂

        • Rita Wagner schreibt:

          … klar doch, geht einem da das Herz auf!! Mit Buch 1 geht so viel!!! Klar wirst Du noch ein brauchbarer Auditor 🙂 🙂 🙂
          Das ist genau was es braucht!!!

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